Bleibt der Sommer bis im November?

Ganz Bern redet über den Altweibersommer. Dank unseren Erklärungen können Sie im Wetter-Smalltalk brillieren.

Geniessen Sie es, solange es dauert.

Geniessen Sie es, solange es dauert. Bild: Adrian Moser

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Seit einigen Tagen scheint in Bern die Sonne. Nach den ziemlich nassen Wochen ist nun überall vom «Altweibersommer» die Rede. Doch kann man wirklich vom Altweibersommer sprechen – und wie lange wird das schöne Wetter halten? Hier alles Wissenswerte zum aktuellen Wetterphänomen.

Was ist ein Altweibersommer?
Laut Duden bezeichnet das Substantiv einen «sonnigen, warmen Nachsommer». Gemäss Meteorologe Daniel Gerstgrasser vom Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie kommt eine Periode von dauerhaftem Sonnenschein und milden Temperaturen regelmässig in der Mitte oder am Ende des Monats Oktober. «Nachteil dabei ist natürlich der Nebel, der über tieferen Lagen entsteht», sagt er.

Woher kommt das Wort?
Der Ursprung des Begriffs hat nichts mit betagten Damen zu tun, sondern bezieht sich auf dünne Spinnfäden, welche gewöhnlich an schönen Herbsttagen durch die Luft fliegen. Früher glaubte man, diese von Krabbenspinnen stammenden Fäden seien von Zwergen oder Elfen gewoben worden. Für das heutige «weben» benutzte man das Wort «weiben». Der Wortteil «alt» soll auf die späte Erscheinung des Nachsommers hinweisen.

Erleben wir im Moment einen Altweibersommer?
Laut Gerstgrasser kommt der klassische Altweibersommer noch. «Ab morgen bis auf weiteres werden wir in der Schweiz schönes Wetter sehen.» Man erwarte länger anhaltende Stabilität, als im Sommer zu beobachten war. Bisher konnte man noch nicht vom Altweibersommer reden, so Gerstgrasser, da es in den letzten zehn Tagen immer wieder vereinzelt zu Niederschlägen und Wolkengebilden gekommen war.

Wie entsteht der Altweibersommer?
Meteorologe Gerstgrasser erklärt, dass die angenehmen Bedingungen einem grossräumigen Hochdruckgebiet zu verdanken sind. «Die Hochdruckzone erstreckt sich über ganz Mittel- und Südeuropa, von den Azoren bis nach Griechenland.» Wegen des niedrigeren Sonnenstands und der tieferen Temperaturen würde das gute Wetter weniger häufig von Gewittern unterbrochen. So könne das Wetter über längere Zeit stabil bleiben, was aber auch die Bildung von Nebel mit tiefer Obergrenze erlaube.

Wo kann man im Kanton Bern am besten Sonne tanken? «Das Seeland wird eindeutig am stärksten vom Nebel betroffen sein», sagt Daniel Gerstgrasser. Dies sei einerseits auf die niedrige Höhenlage, andererseits auf die Luftfeuchtigkeit zurückzuführen, welche durch die Gewässer in der Region verursacht würde. Ab 800 Höhenmetern sieht es überall gleich aus: Ununterbrochener Sonnenschein und Wärme. Auch auf 1000 Meter über Meer kann es noch bis zu 20 Grad warm werden. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 11.10.2017, 14:06 Uhr

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