Bieler Westast: Neuhaus gibt sich gesprächsbereit

Nach einer Kundgebung gegen das umstrittene Autobahnprojekt zeigt sich der zuständige Regierungsrat versöhnlich – und spricht von einer «externen Beurteilung» des Westasts.

Mehrere Tausend Leute demonstrierten in Biel diesen Samstag gegen die geplante Autobahnumfahrung Westast.

Mehrere Tausend Leute demonstrierten in Biel diesen Samstag gegen die geplante Autobahnumfahrung Westast.

(Bild: Keystone)

Es war die grösste Demo in Biel seit über 20 Jahren. Die Gegner der geplanten A5-Westumfahrung wehrten sich gegen die Verkehrsführung und deren Auswirkungen auf die Stadt. Laut den Veranstaltern nahmen an der Demonstration 4500 bis 5000 Personen teil. Die Demonstrierenden forderten den Verzicht auf die beiden offenen Autobahnanschlüsse im Stadtzentrum. Sie befürchten, dass das auf über 2 Milliarden Franken geschätzte Projekt zu mehr Verkehr in der Innenstadt führt. Die Bevölkerung könne nicht über das Projekt abstimmen, weshalb den Gegnern dieses «Planungsirrsinns aus den 1950er-Jahren» nichts anderes übrig bleibe, als erneut zu demonstrieren, so die Veranstalter der Demo.

Den Protestumzug angesehen hat sich auch der beim Kanton zuständige Baudirektor Christoph Neuhaus (SVP). Er könne die Vorwürfe der Gegner teilweise nachvollziehen, sagt Neuhaus gegenüber dem «Bund». Doch das von den Gegnern vorgeschlagene Alternativprojekt, welches auf Autobahnanschlüsse in der Innenstadt verzichtet, würde Biel nicht vom Verkehr entlasten, sagt Neuhaus. Die Kantonsregierung war zuvor vom Grossen Rat beauftragt worden, das Alternativprojekt zu beurteilen. Doch die von Neuhaus beauftragten Experten kamen zum Schluss, dass dieses kaum Vorteile biete.

Vage Gesprächsofferte

Neuhaus, der im Juni die Direktion von seiner Vorgängerin Barbara Egger (SP) übernommen hat, gibt sich nun gesprächsbereit: Er könne sich durchaus vorstellen, nach der nächsten Sitzung der Behördendelegation mit den Gegnern zusammensitzen, um eine «externe Beurteilung» des Projekts festzulegen, so Neuhaus gegenüber dem «Bund». Bei den Gesprächen sollen «mehrere Punkte des Projekts vertieft abgeklärt werden». Konkreter werden wollte Neuhaus nicht. Damit bleibt auch die Frage unbeantwortet, ob bei diesen Gesprächen auch die Autobahnanschlüsse in der Innenstadt zur Diskussion stehen. Von der Bieler Stadtregierung wünscht sich Neuhaus nach wie vor, dass diese «endlich Flagge zeigt» und sich für oder gegen die Westumfahrung ausspricht.

Denn im Gegensatz zu den umliegenden Gemeinden Nidau, Ipsach oder Port hat sich die Bieler Stadtregierung bislang nicht klar für oder gegen die Umfahrung ausgesprochen. Dass Tausende gegen die geplanten Autobahnanschlüsse auf die Strasse gingen, habe ihn «überhaupt nicht überrascht», sagt der Bieler Stadtpräsident Erich Fehr (SP). An der Haltung der Bieler Stadtregierung ändere die Demo aber nichts. «Ein solches Projekt kann man nicht ohne den Einbezug der lokalen Bevölkerung durchziehen», sagt Fehr, es brauche deshalb den Dialog. Dabei dürfe nichts von vorneherein ausgeschlossen werden: «Es muss möglich sein, über die Autobahnanschlüsse in der Innenstadt zu diskutieren.»

DerBund.ch/Newsnet

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