Berner Filmpreis geht an «Mary & Johnny»

Das Berner Amt für Kultur hat den Spielfilm «Mary & Johnny» von Samuel Schwarz mit dem für 25'000 Franken dotierten Berner Filmpreis ausgezeichnet. Die Preise für den besten Dokumentar- und Kurzfilm gingen an zwei junge Berner Filmschaffende.

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Die Adaption von Ödön von Horvath’s Klassiker «Kasimir und Karoline» hat der Filmpreis-Jury offensichtlich Eindruck gemacht: «Mary & Johnny» entführe den Zuschauer in eine «rauschende Nacht», schreibt das Amt für Kultur in einer Mitteilung vom Sonntag, man werde mit «betörenden und atmosphärisch dichten Bildern in den Bann gezogen». Neben dem Preis für den Film selbst ist auch Schauspieler Marcus Signer mit 10'000 Franken ausgezeichnet worden. In der Rolle des «Mischa» trage er wesentlich zum Gelingen des Film-Experimentes bei, heisst es im Communiqué. Es ist das erste Mal in der Geschichte des Filmpreises, dass eine Einzelleistung honoriert wurde.

12'500 Franken für Dokumentar- und Kurzfilm

Zwei weitere, mit jeweils 12'500 Franken dozierte Preise sind für den besten Dokumentar- und Kurzfilm vergeben worden. Als bester Dokumentarfilm ist das Werk «Er/ich» von Karin Bachmann ausgezeichnet worden. Ihre ungewöhnliche Annäherung an den SVP-Politiker Erich Hess ergebe ein Porträt, das über die politischen Scheuklappen hinausgehe, urteilt die Jury.

Preisträger in der Kategorie bester Kurzfilm ist Oliver Schwarz mit seinem Film «Traumfrau». Im Kurzdokumentarfilm geht es um einen Mann, der mit einer lebensechten Silikon-Puppe eine Liebesbeziehung führt. Schwarz nähere sich respektvoll und ohne zu werten, befindet die Jury, und verdichte seinen Film dabei zu einem «hochaktuellen Zeugnis einer Gesellschaft, in der die zunehmende Vereinsamung zu den Nebenwirkungen modernen Lebens gehört.»

Preisverleihung am 14. November

Die Verleihung des Berner Filmpreises 2012 findet gemeinsam mit der Verleihung des Berner Musikpreises 2012 am Mittwoch 14. November um 19.30 Uhr in der Dampfzentrale Bern statt. Die Preisverleihung ist öffentlich und der Eintritt ist frei. An der Preisverleihung werden auch Ausschnitte aus den ausgezeichneten Filmen gezeigt.

gbl/pd

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