Berner Bauern planen Kulturlandinitiative

Die Berner Bauern möchten die Kantonsverfassung ergänzen: Sie planen eine Initiative, welche das Kulturland in Sachen Schutz dem Wald gleichstellen soll.

Die Berner Bauern wollen ihr Land in der Verfassung schützen lassen.

Die Berner Bauern wollen ihr Land in der Verfassung schützen lassen. Bild: Adrian Moser

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Das Bauernland soll in der bernischen Kantonsverfassung so gut geschützt werden wie der Wald.

Das ist die Stossrichtung einer kantonalen Initiative, die der Bauernverband Lobag in den nächsten Monaten ausarbeiten will.

Die Delegierten gaben dazu am Donnerstag in Thun grünes Licht. Mit 274 Ja-Stimmen bei einer Gegenstimme und vereinzelten Enthaltungen sprachen sie sich für die Lancierung eines Begehrens zum Schutz der produktiven Landwirtschaftsflächen aus, wie der Verband mitteilte.

Das Bauernland sei «in höchstem Mass gefährdet», hiess es an der Delegiertenversammlung. Im Kanton Bern gingen jedes Jahr etwa vier Quadratkilometer Bauernland verloren; das entspreche in sieben Jahren der Fläche des Brienzersees.

Gründe dafür gebe es viele: Bautätigkeit, Siedlungsentwicklung, Verkehr und Freizeitaktivitäten gehörten dazu. Schon heute kann der Kanton Bern laut Lobag die nationalen Vorgaben bezüglich Fruchtfolgeflächen nicht mehr erfüllen.

Bis zu 6000 Hektaren Fruchtfolgeflächen fehlen, wie Lobag-Präsident Hans Jörg Rüegsegger gegenüber Radio SRF erklärte. «Es besteht also Handlungsbedarf. Um unsere wichtigste Ressource langfristig zu erhalten, braucht es griffigere Instrumente.»

Partner gesucht

Der konkrete Initiativtext soll in den nächsten Monaten ausgearbeitet werden. Mit der Unterschriftensammlung möchte die Lobag im kommenden Herbst oder Winter starten - möglichst nicht allein. Sie möchte deshalb Partnerschaften aufbauen. Die Grünen haben bereits Interesse signalisiert.

In Zürich wurde eine Kulturland-Initiative der Grünen vom Volk angenommen; die Umsetzung ist hängig. Das Begehren hat allerdings die Zürcher Landwirte entzweit. Das soll sich in Bern nicht wiederholen.

Lobag-Präsident Rüegsegger gab am Donnerstag die Stossrichtung vor. «Wir wollen kein radikales Entwicklungsverbot», betonte er gegenüber Radio SRF. «Aber oft sind die Bauzonen am falschen Ort. Und mit verdichtetem Bauen ist auch auf dem Land ein sparsamerer Umgang mit dem Boden möglich.» (zec/sda)

Erstellt: 11.04.2013, 14:32 Uhr

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