Apotheker warnen vor Masern

Mit einer Kampagne will der Berner Apothekerverband gegen die Verbreitung von Masern vorgehen. Denn seit Jahresbeginn gab es beinahe doppelt so viele Infektionen wie 2016.

Masern ist eine Kinderkrankheit, aber auch Erwachsene können sich infizieren.

Masern ist eine Kinderkrankheit, aber auch Erwachsene können sich infizieren. Bild: Urs Flueeler/Keystone

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Mehr Menschen erkranken in der Schweiz wieder an Masern. Seit Jahresbeginn waren es 76 Fälle. Das sind beinahe doppelt so viele wie ein Jahr zuvor, wie Zahlen vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) belegen. Damit die Masern hierzulande ausgerottet werden könnten, müssten 95 Prozent der Bevölkerung ausreichend - also zweimal - gegen Masern geimpft werden. Um die Verbreitung der Masern aufzuhalten, führt der Berner Apothekerverband ab dem 15. September für drei Wochen eine Aktion durch. Er informierte am Mittwoch an einer Medienkonferenz über die Kampagne. Ziel ist es, die Bernerinnen und Berner auf die Gefahren der Masern aufmerksam zu machen - und sie zum Impfen zu bewegen.

All diejenigen, die nicht gegen Masern geimpft sind, gefährden die Verbreitung der Krankheit, die Hirnhaut- und Lungenentzündungen auslösen kann und im Extremfall sogar zum Tod führt, so die indirekte Botschaft des Verbandes. Erst im Frühjahr starb in der Schweiz ein Mann an den Folgen der Infektionskrankheit, obwohl er gegen Masern geimpft war. Sollte demnach ein Impfzwang eingeführt werden? Sabine Kuert, Inhaberin der Eiger Apotheke in Bern und Mitglied des Vorstandes des Apothekerverbandes, verweist auf die Wichtigkeit des Impfens. «Indem man sich impfen lässt, schützt man auch sein Umfeld», sagt sie. Besonders Schwangere und Säuglinge seien anfällig für die Infektion. Aber sie beurteilt einen Impfzwang als heikel. «Indem man die Leute zwingt, erreicht man bestimmt keine positiven Reaktionen.»

Masernimpfung hat Nebenwirkung

Die Anordnungen des Kantons tönen schon eher nach Impfzwang. 2014 wurden Richtlinien vom Kantonsarztamt herausgegeben, wonach ein Kind ohne Impfung bis zu 21 Tage von der Schule ausgeschlossen werden kann, wenn es an Masern erkrankt ist. Kuert findet die Isolation ebenfalls eine effiziente Massnahme. «So kann die Übertragung der Krankheit eingedämmt werden.»

Impfgegner argumentieren hingegen, dass Krankheiten eine Funktion hätten, indem sie das Immunsystem stärkten. Zudem kritisieren sie die fehlenden Studien zu chemischen Zusatzstoffen im Impfstoff und die auftretenden Nebenwirkungen von Impfungen. Auch Kuert räumt ein: «Noch eine Woche nach der Masernimpfung kann man Fieber bekommen.»

Zweite Impfung geht oft vergessen

An der Kampagne beteiligen sich über 60 Berner Apotheken. In den drei Wochen der Aktion können Bernerinnen und Berner bei den Apothekern überprüfen lassen, ob sie schon zweimal geimpft wurden. «Oft geht die zweite Impfung nämlich vergessen», sagt Kuert. Die Impfungen übernimmt aber nicht die Apotheke selber. Sie verweist die Kunden an ihre Hausärzte. Zwei Impfdosen innerhalb eines Monats sollten einen lebenslangen Schutz erzeugen. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 13.09.2017, 14:39 Uhr

Die Virusinfektion Masern

Mit einer Impfung kann man sich gegen eine Erkrankung an Masern schützen. Um vollständig geschützt zu sein, muss die Impfung allerdings zweimal gemacht werden. Es wird empfohlen, sich im Abstand eines Monats zweimal impfen zu lassen. So sollte man ein Leben lang vor der Krankheit geschützt sein. Wer nicht mehr weiss, ob er oder sie bereits zum zweiten Mal geimpft wurde, kann sich den Impfstoff auch noch ein drittes Mal spritzen lassen. Daraus sollten keine Komplikationen entstehen, wenn eine kurze Befragung zum Gesundheitszustand stattfinde, so Jan von Overbeck, Kantonsarzt des Kantons Bern.

Obwohl Masern eine Kinderkrankheit ist, können auch Erwachsene ohne genügenden Impfschutz daran erkranken. Nur wer die Krankheit schon gehabt und somit immun geworden ist, ist nicht gefährdet. Die Krankheit ist eine Vireninfektion und wird durch Speicheltröpfchen beim Sprechen oder Niesen übertragen. Auf 1000 Patienten erkrankt einer an einer Hirnhautentzündung. Pro 10 000 Infizierten stirbt ein Erkrankter. Die Impfung kann Nebenwirkungen wie Fieber verursachen.

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