Am Ende könnte Joder lachender Ständeratskandidat sein

Nach Rudolf Joder sind jetzt auch Werner Salzmann und Peter Brand im Rennen. Am 22. Oktober kommts in Unterlangenegg zum Showdown.

Peter Brand (l.) und Werner Salzmann wollen beide für die SVP in den Ständerat.

Peter Brand (l.) und Werner Salzmann wollen beide für die SVP in den Ständerat. Bild: Franziska Scheidegger/Adrian Moser

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Die Delegierten des SVP-Wahlkreises Mittelland-Nord haben gestern Abend in Rosshäusern zwei Kandidaten ins Rennen um die SVP-Ständeratskandidatur geschickt: Werner Salzmann aus Mülchi, Präsident der Kantonalpartei, und Peter Brand aus Münchenbuchsee, Chef der Grossratsfraktion. Erwartungsgemäss kam es nicht bereits gestern zu einer Ausmarchung. Wahlkreispräsident Hans Rudolf Schweizer hatte den Delegierten beantragt, beide Kandidaten «hinauf zu melden». Salzmann und Brand wurden beide einstimmig ohne Gegenstimme und ohne Enthaltung nominiert.

Peter Brand hatte sich gestern erst entschieden einzusteigen. Er bringe «mindestens so gute Voraussetzungen» mit wie die bis jetzt bekannten Kandidaten, schrieb der SVP-Fraktionschef im Grossen Rat gestern in einer Mitteilung.

Die Ausgangslage innerhalb der SVP ist nun weitgehend klar. Nationalrat Rudolf Joder war am Montag vom Wahlkreis Mittelland Süd nominiert worden. Die nächste Hürde ist die Versammlung des Wahlkreisverbundes Mittelland vom 16. September. Auch dort wird voraussichtlich auf eine Ausmarchung verzichtet, damit die kantonalen Delegierten den wichtigen Entscheid fällen können – am 22. Oktober in Unterlangenegg.

Durch Brands Einstieg hat die Kandidatenkür an Brisanz gewonnen. Wie hinter vorgehaltener Hand zu hören ist, könnte Rudolf Joder nun der lachende Dritte sein. Wären Salzmann und Joder sich allein gegenübergestanden, hätte Salzmann die besseren Karten gehabt; die Partei könnte es sich kaum leisten, den neuen Präsidenten zu desavouieren, indem sie seinen Vorgänger nominiert. Mit Brand und Salzmann kommen nun aber zwei Kandidaten aus der gleichen Region; das könnte zur Folge haben, dass sie sich gegenseitig das Wasser abgraben. Zudem hat Joder bereits angekündigt, dass er im Falle einer Nomination sofort aus dem Nationalrat zurücktreten würde («Bund» vom 26. August). Diese Absichtserklärung könnte ihm Stimmen von all jenen eintragen, die sich davon Vorteile für sich selber oder ihre Favoriten erhoffen. Weil Jean-Pierre Graber nachrutschen würde, bekäme Joder zumindest einige Jura-Stimmen.

Interessant ist auch die Neuauflage des Duells Salzmann gegen Brand. Brand galt vor zwei Jahren als aussichtsreicher Kandidat für das Parteipräsidium. Schliesslich wurde er von Salzmann ganz knapp geschlagen. (Der Bund)

Erstellt: 11.09.2014, 06:57 Uhr

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