AKW-Stilllegung kommt billiger als erwartet

Die Mühleberg-Betreiberin BKW sieht sich in ihren Berechnungen der Stilllegungs- und Entsorgungskosten bestätigt. Man habe sogar mit höheren Beiträgen gerechnet.

Die Beiträge in den Stilllegungsfonds für das AKW Mühleberg sind tiefer als von der BKW erwartet.

Die Beiträge in den Stilllegungsfonds für das AKW Mühleberg sind tiefer als von der BKW erwartet. Bild: Valérie Chételat

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Die BKW hat 2011 eine Kostenstudie für die Stilllegung und Entsorgung des AKWs Mühleberg durchgeführt. Am Mittwoch wurde die definitive Veranlagung publiziert. Die Kosten sind tiefer als von der BKW erwartet: Der Stilllegungsfonds fürs AKW Mühleberg neu mit 12,1 Millionen Franken pro Jahr geäufnet werden. Die BKW gingen von 13,1 Millionen Franken aus.

Beim Entsorgungsfonds wird ein Jahresbeitrag von 18,2 Millionen Franken fällig. Auch diese Zahl liegt leicht unter den Erwartungen der BKW: Aufgrund der Kostenschätzung 2011 hatte sie einen Jahresbeitrag von 19,6 Millionen Franken erwartet.

Realistische Zahlen

Die AKW-Betreiber müssen die Kostenschätzung alle fünf Jahre aktualisieren. Zuletzt geschah dies 2011. Die BKW gingen davon aus, dass die Kosten im Vergleich zu 2006 real insgesamt elf Prozent höher liegen. Der Bund kam mittlerweile zum Schluss, die jüngsten Zahlen seien realistisch.

«Wir nehmen die Entscheide der Kommissionen zur Kenntnis», sagte BKW-Sprecher Antonio Sommavilla am Mittwoch auf Anfrage. Selbstverständlich habe auch die BKW als AKW-Betreiberin ein grosses Interesse an einer möglichst realistischen Einschätzung der Stilllegungs- und Entsorgungskosten.

50 Jahre am Netz

Als Berechnungsgrundlage für die Kostenstudien wurde eine Betriebsdauer der AKWs von 50 Jahren angenommen, im Fall von Mühleberg also bis 2022. Tatsächlich strebt die BKW bekanntlich den sogenannten Langzeitbetrieb des AKWs bis 2022 an.

Allerdings steht noch ein Entscheid des Bundesgerichts aus. Dabei geht es um eine allfällige Befristung der Betriebsbewilligung. Das Bundesverwaltungsgericht hatte im vergangenen Frühling eine Beschwerde von Anwohnern gutgeheissen und den Betrieb einstweilen auf Ende 2013 befristet.

Weiterer Betrieb nur mit Konzept

Länger dürfe das AKW nur betrieben werden, wenn die BKW beim Bund ein umfassendes Instandstellungskonzept einreiche, befand das Bundesverwaltungsgericht. Diesen Entscheid zog die BKW weiter, erstellte aber auch das geforderte Instandstellungskonzept.

Sollte das Bundesgericht die Befristung aufheben, bleiben die am Mittwoch publizierten Jahresbeiträge für Stilllegung und Entsorgung gültig. Im andern Fall müssten die Kosten für Mühleberg neu berechnet werden. Die BKW müssten dann «allfällige Fehlbeträge» in den Fonds nachzahlen, wie das Bundesamt für Energie schreibt. (mer/sda)

Erstellt: 21.11.2012, 10:43 Uhr

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