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91 Unfälle in den letzten fünf Jahren

Wenn es in Aarwangen «tätscht», dann meistens auf der stark befahrenen Durchgangsstrasse.

Auf der Strasse durch Aarwangen wurden seit 2012 48 Menschen bei Verkehrsunfällen verletzt.
Auf der Strasse durch Aarwangen wurden seit 2012 48 Menschen bei Verkehrsunfällen verletzt.
Franziska Rothenbühler

Die Strasse, die durch Aarwangen führt, ist unfallträchtig: Seit 2012 ereigneten sich total 91 Unfälle auf dem Abschnitt vom Industriequartier bis zur nördlichen Seite der Aarebrücke. Dabei wurden in diesen fünf Jahren 5 Personen schwer und 43 Menschen leicht verletzt. Todesopfer gab es keine zu beklagen. Bei fünf Unfällen waren Velofahrer beteiligt. Ausserdem wurden zwei Unfälle mit Fussgängern registriert. Ein grosser Teil der Unfälle auf dem Gebiet der Gemeinde Aarwangen geschieht auf dieser Strasse. 2016 wurden gesamthaft 31 Unfälle gezählt, alleine 25 auf der viel befahrenen Verbindungsroute.

Eltern schulpflichtiger Kinder kümmern sich tagtäglich um die Sicherheit auf dem Schulweg. Jeweils am Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag sind die Eltern fünf Mal am Tag präsent, am Mittwoch zwei Mal – und das an zwei Punkten, an denen die Kinder die Strasse überqueren. «Wir brauchen 46 Personen pro Woche, um eine sichere Überquerung der Strasse zu garantieren», erklärt Annette Arn, Mutter von zwei schulpflichtigen Kinder und einer der Lotsen. Das sei nur mit viel Engagement und dank der Organisation von zwei andern Müttern möglich, sagt Arn. Die Organisation des Patrouillendiensts sei «ein Krampf und ein wöchentlicher Kraftakt».

«Bis jetzt sehr viel Glück»

Nach den Zahlen des Kantons wurden in den letzten fünf Jahren zwei Jugendliche und ein achtjähriges Kind bei Verkehrsunfällen verletzt. Das Kind war mit dem Trottinett unterwegs und wollte den Fussgängerstreifen überqueren, als es angefahren wurde. Ein 15-jähriger Velofahrer verletzte sich bei der Kollision mit einem Auto, und ein 14-jähriger Mofafahrer stürzte, nachdem er von einem Lastwagen abgedrängt worden war.

«Wir haben bis jetzt viel Glück gehabt», sagt Arn. Gerade vorletzte Woche sei ihre siebenjährige Tochter von einem Velofahrer auf dem schmalen Trottoir gestreift worden. Sie kam aber mit blauen Flecken an der Schulter davon. Immer wieder komme es zu gefährlichen Situationen und Beinahezusammenstössen. «Schon einige Male sind wir einem wirklich tragischen Unfall nur um Haaresbreite entgangen.»

Problematisch sei auch, dass die Strasse von sehr vielen Lastwagen benützt werde. «Gefährdet sind die Kinder und Jugendlichen aber nicht nur auf dem Schulweg, sondern auch auf dem Weg zu ihren Freizeitaktivitäten», sagt Annette Arn. Sie ist Mitglied im Pro-Komitee für das Strassenprojekt. Die Umfahrungsstrasse sei unbedingt notwendig, nur so könne das Dorf vom Verkehr entlastet und die Sicherheit wirklich verbessert werden. Mehrmals kam es in den vergangenen Jahren auch zu Zusammenstössen zwischen der Schmalspurbahn, dem Bipper Lisi, und anderen Verkehrsteilnehmern.

Das Nein-Komitee vertritt die Ansicht, dass die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmenden mit der Umgestaltung der Ortsdurchfahrt Aarwangen deutlich günstiger und in kürzerer Zeit verbessert werden könnte. Denn die Umfahrungsstrasse würde erst in zehn bis fünfzehn Jahren in Betrieb genommen. Durch die Strasse, so die Gegner weiter, entstünden neue Unfallschwerpunkte und die Probleme würden in andere Gemeinden wie Bützberg und Thunstetten verlagert.

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