150 Millionen für neue Swatch-Hauptsitze

Die Swatch Gruppe baut neue Haupsitze in Biel und investiert 150 Millionen Franken. Gestaltet wurde das Projekt vom japanischen Stararchitekten Shigeru Ban.

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Reto Wissmann@RetoWissmann

Sie seien «ganz verliebt» in das Projekt, sagten Nayla und Nick Hayek gestern in Biel. Mehr als drei Jahre nachdem das Stimmvolk dem Landverkauf im Gurzelen-Quartier zugestimmt hatte, präsentierten die Verwaltungsratspräsidentin und der CEO der Swatch-Gruppe die konkreten Pläne für die neuen Hauptsitze der Marken Swatch und Omega.

Vorgesehen ist weder alltägliche Industriearchitektur noch prunkvoller Luxus. Vielmehr setzt der renommierte Architekt Shigeru Ban auf eine verspielte Holzfachwerkkonstruktion sowie auf ökologische Holzrahmenbauweise. Mit der Abteilung Holz der Berner Fachhochschule verfüge Biel über «the most advanced timber technology», sagte der Architekt in einer Videobotschaft.

Shigeru Ban hat sich unter anderem mit dem Bau der Dependance des Centre Pompidou in Metz einen Namen gemacht. Derzeit entsteht in Zürich zudem der von ihm entworfene Erweiterungsbau des Verlagshauses Tamedia. Für das 150-Millionen-Franken-Projekt in Biel hat er sich in einem Architekturwettbewerb gegen vier Mitbewerber aus dem In- und Ausland durchgesetzt. Für die Swatch-Gruppe war Ban bereits früher tätig: Er hatte in Tokyo das Nicolas-G.-Hayek-Center gebaut.

Freude über Hayek-Plaza

Im Sommer will die Firma das Baugesuch einreichen. Bis 2014 oder spätestens 2015 soll zumindest ein Teil des Projekts realisiert sein. Für Omega entsteht westlich der bereits bestehenden denkmalgeschützten Büro- und Produktionsgebäude ein neues, fünfgeschossiges Produktions- und Logistikgebäude. Es wird vollständig in Holzrahmenbauweise erstellt, was für eine Fabrik sehr aussergewöhnlich ist. Östlich der bestehenden Anlagen, auf dem ehemaligen Gelände der Gärtnerei Wyss, entsteht der neue Swatch-Hauptsitz, wo unter anderem Administration, Marketing, Verkauf und die Designabteilung untergebracht werden. Der lang gezogene Bau in einer modernen Holzfachwerkkonstruktion dürfte schnell zu einem neuen Wahrzeichen der Stadt werden.

Zwischen den beiden grossen Neubauten für Swatch und Omega – unmittelbar an der Gottstattstrasse – wird ein Zentralbau erstellt, der unter anderem die Museen, Konferenzräume sowie ein Auditorium mit 500 Plätzen beherbergt. Der entsprechende Abschnitt der Strasse soll sich dank einer Geschwindigkeitsbegrenzung zu einer Begegnungszone entwickeln. Besonders freuen sich die Geschwister Hayek, dass das Strassenstück offiziell in Hayek-Plaza umbenannt wird und die Adresse des Swatch-Hauptsitzes künftig Hayek-Plaza 1 lauten wird.

«Ein Zeichen für das ganze Land»

Stadtpräsident Erich Fehr (SP) bezeichnete das Vorhaben der Swatch-Gruppe gestern als «historische Etappe» in der Entwicklung der Uhrenindustrie in Biel. Parallel zu den Neubauten könne zudem der Uferweg entlang der Schüss sowie eine Insel im Fluss als Naherholungsgebiet realisiert werden. Auch der Volkswirtschaftsdirektor des Kantons Bern, Andreas Rickenbacher (SP), betonte die Bedeutung des «mutigen Projekts». Die Swatch-Gruppe zeige auf, dass es weiterhin möglich sei, in der Schweiz industrielle Arbeitsplätze zu halten und neue zu schaffen. «Dies ist ein positives Zeichen für das ganze Land», sagte der Regierungsrat.

Wie viele neue Arbeitsplätze in Biel entstehen und von wo allenfalls Jobs nach Biel verlegt werden, führte Nick Hayek nicht weiter aus. Anders als vor der Volksabstimmung ist heute jedenfalls nicht mehr von «mehreren Hundert» neuen Arbeitsplätzen die Rede. Unbekannt ist auch, ob die Swatch-Gruppe für ihr Engagement in Biel mit Steuererleichterungen belohnt wird. Rickenbacher sagte dazu nur, zu einzelnen Firmen gebe es keine Auskünfte.

Der Bund

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