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15 Lehrkräfte aus dem Kanton Bern sind auf der schwarzen Liste

Die Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren EDK in der Schweiz führt eine Liste mit Lehrern, die nicht mehr unterrichten dürfen. Oft waren Sexualdelikte die Gründe.

Eine nachgestellte Situation im Schulzimmer (Symbolbild).
Eine nachgestellte Situation im Schulzimmer (Symbolbild).
Cortis & Sonderegger

Die Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren EDK in der Schweiz führt eine schwarze Liste. Darauf sind alle Pädagogen verzeichnet, welchen die Berechtigung zum Unterricht entzogen worden ist. Gemäss einem Bericht der «SonntagsZeitung» von Ende Oktober 2018 befinden sich 95 Pädagogen auf der Liste, in den meisten Fällen ging es um Sexualdelikte. Einträge sind aber auch wegen anderer Straftaten, Suchtproblemen oder Krankheit möglich. Fast immer sind die Entzüge von den jeweiligen Kantonen zeitlich unbegrenzt ausgesprochen worden.

Auf der Liste befinden sich im Moment fünfzehn Personen, denen die Erziehungsdirektion des Kantons Bern die Unterrichtsberechtigung entzogen hat. «Die entsprechenden Verwaltungsverfahren wurden regelmässig aufgrund eines Strafverfahrens eingeleitet», teilt die Erziehungsdirektion auf Anfrage mit. Nur in wenigen Fällen ging es nicht um ein Sexualdelikt. Die Fälle verteilen sich auf einen Zeitraum von rund 15 Jahren.

Lehrer nicht mehr geeignet

Laut Martin Aubert, Leiter des Rechtsdiensts, erfolgt nicht selten ein vorsorglicher Entzug, da bis zu einem rechtskräftigen Urteil einige Jahre verstreichen können. Auch der Konsum von Kinderpornografie führt in der Regel zum Entzug der Unterrichtsberechtigung; und das auch dann, wenn der betreffende Lehrer keine Schülerinnen oder Schüler in strafbarer Weise berührt hat. «Solche Lehrkräfte sind nicht mehr geeignet, im Schuldienst tätig zu sein», sagt Aubert. Die Vorbildfunktion werde sehr hoch gewichtet. Im Gesetz über die Anstellung von Lehrkräften heisst es dazu: «Die zuständige Direktion kann einer Person die Unterrichtsberechtigung entziehen, wenn deren Verhalten die seelisch-geistige oder körperliche Integrität der Schülerinnen oder Schüler gefährdet oder verletzt oder wenn die Vertrauenswürdigkeit oder Eignung der Person in anderer Weise schwer beeinträchtigt ist.»

Ein bis zwei Fälle pro Jahr

Für zuständige Behörden und Organe besteht eine Meldepflicht, wenn «ernsthafte Hinweise» bestehen, dass eine Person nicht mehr geeignet sein könnte, weiterhin als Lehrkraft tätig zu sein. Jährlich kommt es im Kanton Bern in ein bis zwei Fällen zu einem Verfahren – die meisten Verfahren enden mit einem Entzug der Unterrichtsberechtigung. Die Lehrkraft, die davon betroffen ist, muss die Patent- oder Diplomurkunde hinterlegen.

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