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«Sportlobby hat sich durchgesetzt»

Luzius Theiler (GaP) bekämpft die neue Schwimmhalle – weil diese «nicht ökologisch» sei.

«Unter dem Deckmantel des Hallenneubaus erhalten das Institut für Sportwissenschaft, der Tennisclub und der FC Länggasse alle neue Anlagen, finanziert durch die Stadt», kritisiert Luzius Theiler.
«Unter dem Deckmantel des Hallenneubaus erhalten das Institut für Sportwissenschaft, der Tennisclub und der FC Länggasse alle neue Anlagen, finanziert durch die Stadt», kritisiert Luzius Theiler.
Urs Baumann

Herr Theiler, von rechts bis links sind alle Parteien für das Projekt, nur Sie nicht. Gefallen Sie sich als Stadtquerulant?

Irgendjemand muss diese Rolle ja übernehmen. Im Kontext der Klimadiskussion ist es wichtig, dass auch die Grundsatzfragen gestellt werden: Braucht es diese Schwimmhalle überhaupt? Ginge es nicht auch billiger? Oder kleiner? Ich bin nicht aus Prinzip gegen das Projekt, stelle mir aber die Frage, ob eine so teure neue Halle an diesem ungünstigen Standort wirklich notwendig ist.

Ist sie das?

Ich verstehe, dass die Schwimmerinnen und Schwimmer mehr Platz für ihr Hobby wollen. Die Lebensqualität in Bern ist aber nicht vom Bau einer neuen Schwimmhalle abhängig. Eine grosse Schwimmhalle ist «nice to have», aber nicht zwingend.

Die geplante Halle entspricht sehr hohen Energiestandards. Trotzdem sagen Sie, dass sie unökologisch sei. Wieso?

Schwimmhallen sind nie ökologisch, sie generieren immer einen zusätzlichen Energieverbrauch, egal, wie nachhaltig man sie baut. Nur weil man nachhaltiger bauen kann, heisst das nicht, dass man mehr bauen muss. Sonst geht der eingesparte Effekt gleich wieder verloren. Die Schwimmhalle wäre damit nur ein weiteres Beispiel dafür, dass man auch auf fortschrittliche Art und Weise unnötig Energie verbrauchen kann.

Sie kritisieren den Standort.

Im Neufeld gibt es keinen Platz für die Halle. Deswegen müssen Teile der Unisportanlage, die erst vor wenigen Jahren gebaut wurde, bereits wieder abgerissen werden. Ein Bau unter der Monbijoubrücke wäre sinnvoller gewesen. Am Ende hat sich die Sportlobby aber durchgesetzt.

Wie ist das zu verstehen?

Mit dem Institut für Sportwissenschaft, dem Tennisclub und dem FC Länggasse profitieren drei Organisationen direkt oder indirekt von der neuen Halle. Unter dem Deckmantel des Hallenneubaus erhalten sie alle neue Anlagen, finanziert durch die Stadt. Da war klar, dass sie sich für einen Neubau im Neufeld einsetzen werden. Die Stadt hat sich ihre Zustimmung quasi erkauft.

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