In der Gurtenbrauerei entsteht ein riesiger Co-Working-Space

In der früheren Abfüllhalle am Gurten sollen ab nächstem Jahr bis zu 400 temporäre Arbeitsplätze angeboten werden.

Die ehemalige Brauerei beim Gurten wird «Elefant» genannt.

Die ehemalige Brauerei beim Gurten wird «Elefant» genannt.

(Bild: Raphael Moser)

Adrian Hopf-Sulc@adrianhopf

«Elefant» wird das Gebäude der früheren Gurten-Bier-Brauerei genannt. Der mächtige graue Klotz steht am nordwestlichen Ende des Areals, direkt an den Bahngleisen. Im «Elefanten» wurden bis in die 90er-Jahre Bierflaschen abgefüllt. Nun ist klar, was mit dem Bau passieren soll: Auf zwei Stockwerken entstehen 400 Temporär-Arbeitsplätze sowie Konferenzräume.

Initiant des Projekts ist das Unternehmen Gotham Lab, das bereits zwei Co-Working-Spaces in Lausanne betreibt und demnächst einen in Martigny eröffnen wird. In der früheren Gurtenbrauerei sollen künftig alle einen Arbeitsplatz finden, die sich kein permanentes Büro mieten wollen oder können, wie Jost Kutter, der Projektverantwortliche von Gotham, sagt. Dies könnten Jungunternehmen oder Selbstständige sein, aber auch grössere Unternehmen, die einzelne Projektteams in den Co-Working-Space auslagerten.

Keine Einsprachen

«Auch Grossunternehmen haben heute Bedarf nach temporären Räumen», sagt Kutter. Entweder weil der eigene Büroraum nicht ausreiche oder weil einzelne Teams bewusst in eine andere Umgebung geschickt würden.

Vor der Eröffnung Anfang nächsten Jahres sind im Inneren der Gurtenbrauerei noch umfangreiche Bauarbeiten nötig. Derzeit sind im Gebäude die Kulissen für einen Filmdreh aufgebaut («Bund» vom 14. Juni). Gegen den Umbau sind keine Einsprachen eingegangen, wie Architekt Kutter sagt. Einzig die BLS, deren Schienen am Gebäude vorbeiführen, hat eine Rechtsverwahrung angemeldet, was das Projekt laut Kutter aber nicht beeinträchtigen sollte.

Laut Gotham soll der neue Co-Working-Space der grösste der Schweiz werden. Tatsächlich gibt es heute keinen so grossen im Land – in einem Neubau beim Flughafen Zürich ist jedoch bereits ein Co-Working-Space mit 500 Plätzen geplant.

Öffentliche Kantine geplant

Hinter der Gotham stehen die beiden Immobilieninvestoren Ferdinand Locher und Patrick Polli. Locher ist auch Mitentwickler des Thuner Fussballstadions Stockhorn-Arena. Das Gebäude auf dem Brauereiareal bleibt jedoch im Besitz des Zuger Immobilienunternehmens PSP Swiss Property, Gotham ist Mieter des «Elefanten» mit seinen rund 6000 Quadratmetern Nutzfläche. Ein Drittel davon will Gotham weiter vermieten – an wen, ist noch offen.

Mit welchen Angeboten die Büronomaden künftig in die Gurtenbrauerei gelockt werden sollen, ist laut Gotham noch nicht festgelegt. Klar ist, dass es einen Eventraum, Sitzungszimmer und eine öffentliche Kantine geben soll, weil es in der Nähe keine Verpflegungsmöglichkeit gibt. Preislich wird sich das Angebot wohl an den Co-Working-Spaces von Gotham in Lausanne orientieren: Ein Tageseintritt kostet dort 45 Franken, ein Monatszugang 450 Franken.

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