«In den Bergen besteht Erdrutschgefahr»

Trotz starker Regenfälle in den letzten Tagen: Im Kanton Bern hat sich die Lage entspannt. Vorläufig.

Bernhard Wehren, Leiter Seeregulierung des Kantons Bern, kann für die nächsten Tage entwarnen.

Bernhard Wehren, Leiter Seeregulierung des Kantons Bern, kann für die nächsten Tage entwarnen.

(Bild: Nicole Philipp)

Herr Wehren, seit dem Wochenende ist viel Niederschlag gefallen, vergangene Nacht hat es ebenfalls stark geregnet. Muss man alarmiert sein?
Aktuell ist die Situation nicht kritisch. Am Wochenende musste man damit rechnen, dass es gerade zu Beginn dieser Woche gefährlich werden könnte. Glücklicherweise ist nun aber nicht so viel Niederschlag gefallen wie angenommen. Der Niederschlag zog eher nach Osten ab. Für unser Gebiet sieht es also gut aus.

Dann gibt es kein Problem?
Etwas Regen fällt nach wie vor, wir werden das auch weiterhin genau beobachten. Für die grossen Wassersysteme, das heisst im Kanton Bern vor allem der Brienzer- und Thunersee sowie für den Bielersee, sollte das im Moment kein Problem sein.

Sie können also entwarnen.
Für die grossen Seen im Kanton, ja. Die nächsten Tage werden etwas ruhiger, wir erwarten nicht mehr viel Niederschlag. Am Wochenende sieht es erneut etwas wechselhaft aus, genauere Angaben liegen uns für diese Tage aber im Moment noch nicht vor.

Wie sieht es denn im Oberland aus?
Es ist möglich, dass die Niederschläge lokal zu Problemen geführt haben. Gerade in den Bergen, im Grimselgebiet. Da besteht die Gefahr, dass es zu Erdrutschen kommt oder kleinere Bäche ausufern. Uns liegen aber keine Meldungen vor. Wir konzentrieren uns vor allem auf die Seen und deren direkte grössere Zuflüsse.

Was ist mit den Flüssen, der Aare zum Beispiel?
Letzte Woche war es noch warm, es gab einige schöne Tage. Deswegen ist im Oberland Schnee bis in hohe Lagen geschmolzen. So führten Flüsse wie die Aare mehr Wasser, die Grundbelastung war erhöht. Die Abflussmenge der Aare ist nach wie vor erhöht für diese Jahreszeit, jedoch nicht im kritischen Bereich.

Wurden denn am Wochenende Schutzmassnahmen eingeleitet, um sich auf den erwarteten Regenfall einzustellen?
Ja. In Thun zum Beispiel wurden bereits letzte Woche die Schleusen des Thunersees geöffnet, da die Schneeschmelze mehr Wasser brachte. Das ist für diese Jahreszeit normal. Da aber dazu noch viel Niederschlag vorhergesagt wurde, wurde am Montag der Hochwasserstollen teilweise geöffnet. Insgesamt konnte dadurch der See um 15 Zentimeter gesenkt werden.

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