Zum Hauptinhalt springen

«Haben die Neandertaler schon geliebt?»

Hatten unsere Vorfahren auch schon Schmetterlinge im Bauch? Die Ask-Force meint: Und wie!

Am Dienstag, wenn es einnachtet, schwingt sich Tante Rumpumpel auf den Besen und tobt in wilder Jagd um den Blocksberg. Wenn dann die Sonne wieder auf- und die Hexe zu Bett geht, ist er da: der Wonnemonat mit all seinen Blütenglöckchen, Käfern und Schmetterlingen in Bäuchen. Wie stets im Mai torkeln wir Menschen trunken von hormoneller Wohligkeit und finden schön, was uns schön finden könnte. Es ist ein Freuen und Freien allenthalben und Zeit für unsere fleissige Fragerin Frau Zoccoli, der Sache auf den Grund zu gehen: «Wann in der menschlichen Evolution kam eigentlich die Liebe auf? (Ich meine hier die Regung des Herzens:) Haben die Neandertaler schon geliebt?»

Das ist eine Überlegung wert: Immerhin ist der Neandertaler (Homo neanderthalensis) ausgestorben, was durchaus auf eine gewisse Hemmung in Liebesdingen hinweisen könnte. Aber spurlos verschwunden sind unsere Vorverwandten nicht – und ihre Hinterlassenschaften lassen uns auf Minne schliessen. Oder zumindest hoffen. Einen Zungenknochen etwa, mit dessen Hilfe sein Besitzer tipptopp sprechen und somit auch singen und küssen konnte.

Verzierte Muscheln und Seeadler-Klauen, die sich die Künstlerin als Schmuck um den Hals legte. Für wen hätte der Neandertaler singen mögen, wenn nicht allein für seine Schönste? Und wozu sollte sich eine Neandertalerin in ihrer Höhle hübsch machen, wenn nicht für die Liebe? Auch die Eigenart, sich ums Lagerfeuer zu rotten, und der Umstand, dass die Neandertaler, die kaum älter als 30 wurden, ein jugendliches Volk waren, lassen auf eine «Regung des Herzens» schliessen. Oder kennen Sie eine erotisch aufgeladenere Veranstaltung als das Pfi-La, das Pfingstlager?

Liebe Frau Zoccoli, einmal abgesehen davon, dass wir grundsätzlich bezweifeln, dass nur Homini sapienti sapienti liebesfähig sind (vgl. auch: Blumen und Bienchen, Susi und Strolch): Klar haben die Neandertaler geliebt! Und wie! Dass sie uns keine schriftlichen Hinweise auf ihr Liebesleben hinterlassen haben, bedeutet nicht, dass sie ihre Amouren nicht gelebt haben. Sie hatten nur nicht auch noch Zeit für Tagebuch und Insta-Posts, weil sie immer so schrecklich viel zu erledigen hatten, beispielsweise ein Mammut.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch