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Gut, wird jetzt über Trinkwasser diskutiert

Pestizid im Trinkwasser – das macht Angst. Doch Panik ist nicht angebracht. Nun müssen die Behörden ihre Lehren ziehen.

Das Trinkwasser in den betroffenen Gemeinden ist weiterhin bedenkenlos geniessbar, wie die Fachleute glaubhaft versichern.
Das Trinkwasser in den betroffenen Gemeinden ist weiterhin bedenkenlos geniessbar, wie die Fachleute glaubhaft versichern.
Adrian Moser

In mindestens 50 Gemeinden im Kanton Bern ist das Trinkwasser übermässig mit Pestizidrückständen belastet. Darauf lässt die Liste der belasteten Trinkwasserfassungen schliessen, die der Kanton veröffentlicht hat. Pestizid im Trinkwasser – das macht Angst. Doch gilt es die Relationen zu wahren: Das Trinkwasser in den betroffenen Gemeinden ist weiterhin bedenkenlos geniessbar, wie die Fachleute glaubhaft versichern. Die Werte sind trotz Grenzwertüberschreitungen so tief, dass man gar nicht genügend Wasser trinken kann, um eine gefährliche Dosis der Pestizidrückstände einzunehmen.

Kommt hinzu: Es ist das gleiche Wasser, das die Menschen in den betroffenen Gemeinden seit Jahrzehnten trinken. Neu ist, dass die fraglichen Pestizide mit ihren Rückständen im Wasser überhaupt gemessen werden und die Überschreitung der Grenzwerte damit erst sichtbar wird. (Lesen Sie hier das Interview mit dem Berner Kantonschemiker.)

Alles bestens also? Nein. Dass die Behörden erst auf Druck der Medien an die Öffentlichkeit gegangen sind, ist unverständlich. Das Trinkwasser ist ein hochempfindliches Gut, entsprechend empfindlich reagieren die Menschen auf mögliche Gefahren. Die bisherige intransparente Informationspolitik der Gemeinden und des Kantons hat die Bevölkerung unnötig verunsichert und war nicht vertrauensfördernd.

Nun müssen die Behörden ihre Lehren ziehen. Sie müssen die Bevölkerung offensiv über neue Erkenntnisse informieren und aufzeigen, wie sie die Qualität des Wassers sicherstellen können. Zu leichtfertig sind in den vergangenen Jahrzehnten Pestizide bewilligt worden, ohne dass deren Risiken für Mensch und Umwelt erforscht waren. Denn die Substanzen aus dem Wasser zu bekommen, ist schwierig, dauert lange und ist teuer. Gut, ist der politische Druck schon da, immerhin wird derzeit auf nationaler Ebene über den Einsatz von Chemikalien in der Landwirtschaft diskutiert. Und auf kantonaler Ebene existiert mit dem Pflanzenschutzprojekt bereits ein Plan, um die Berner Bauern verstärkt vom Spritzen der Pestizide wegzubringen.

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