GLP-Gemeinderat soll Spez-Sek an der Lerbermatt abschaffen

Das Könizer Spez-Sek-Dossier geht von Hans-Peter Kohler (FDP) zu Thomas Brönnimann (GLP). Seine Partei setzte sich für die Aufhebung der Lerbermatt-Klassen ein.

Thomas Brönnimann war bis zur laufenden Legislatur für die Könizer Bildung zuständig. Nun betreut er als Sicherheitsdirektor das Spez-Sek-Dossier.

Thomas Brönnimann war bis zur laufenden Legislatur für die Könizer Bildung zuständig. Nun betreut er als Sicherheitsdirektor das Spez-Sek-Dossier.

(Bild: Raphael Moser)

Der Könizer Gemeinderat hat die Zuständigkeit für das sogenannte Spez-Sek-Dossier neu geregelt. Nicht Bildungs- und Sozialdirektor Hans-Peter Kohler (FDP) bekommt die Aufgabe, die Speziellen Sekundarklassen am Gymnasium Lerbermatt aufzuheben, sondern Sicherheits- und Liegenschaftsdirektor Thomas Brönnimann (GLP). Bevor er die Sicherheitsdirektion übernahm, war Brönnimann Bildungsdirektor.

Mitte Juni hatte das Gemeindeparlament eine Motion angenommen, mit welcher der Gemeinderat beauftragt wird, die Spez-Sek-Klassen an der Lerbermatt aufzuheben und dafür die Spez-Sek-Angebote an den Könizer Oberstufenzentren zu stärken. Der Antrag kam von der GLP, der auch Brönnimann angehört.

Kohler ist in Köniz als vehementer Befürworter der Spez-Sek-Klassen Lerbermatt bekannt. Er sagte noch an der Parlamentssitzung, wenn das Parlament für die Aufhebung dieser Klassen stimme, nehme er ein Ausstandsrecht in Anspruch. Wie der Könizer Gemeinderat am Freitag mitteilte, hat er nun nach einer Lösung für diese «ausserordentliche Situation» gesucht. Brönnimann übernimmt die Federführung bei der Umsetzung der Motion. Er war bereits in der letzten Legislatur Könizer Bildungsvorsteher.

Gemeindepräsidentin Annemarie Berlinger-Staub sagte dazu auf Anfrage, in den Könizer Gemeindereglementen seien Ausstandsrechte nicht vermerkt. «Eine solche Situation ist gar nicht vorgesehen.» Es habe im Rat eine intensive Diskussion stattgefunden. Ziel sei gewesen, bestmöglich den parlamentarischen Auftrag zu erfüllen. Köniz habe nun nicht zwei Bildungsdirektoren. Brönnimanns Auftrag sei klar umrissen worden.

Die Könizer Grünen verlangen, dass die rechtlichen Grundlagen des Dossierwechsels von der Geschäftsprüfungskommission und sogar vom Regierungsstatthalter geprüft würden. Von Kohler verlangen sie, dass er sich sowohl in der Schulkommission, deren Präsident er von Amtes wegen ist, betreffend Spez-Sek-Lerbermatt in Ausstand tritt. «Ein Gemeinderat, der die Verantwortung für einen Auftrag von sich weist, hat auch kein Mitsprache- und Mitgestaltungsrecht bei der Umsetzung», schreiben sie in ihrer Mitteilung.

Seit Jahren ein Thema

Über die Spez-Sek-Klassen wird in Köniz seit Jahren gestritten. Die Motionäre argumentierten in ihrem Vorstoss, die heutige Ausgestaltung des Spez-Sek-Angebots in der Gemeinde sei sowohl aus pädagogischer als auch aus finanzieller Sicht «suboptimal».

Es finde beim Übertritt in die Sekundarstufe I nicht nur eine Unterteilung in drei Leistungsniveaus und in Schulmodelle, sondern auch eine geografische Aufteilung auf die sechs Oberstufenzentren und das Gymnasium Lerbermatt statt. Durch diese Konstellation werde der Unterricht an den Oberstufenzentren erschwert und es fielen zusätzliche Kosten an.

nj/sda

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