Gemeindebehörden «nicht unglücklich» über Kappelen-Schliessung

Der Lysser Gemeindepräsident Andreas Hegg ist «nicht unglücklich», dass das Bundesasylzentrum Kappelen geschlossen wird. Es habe öfters Probleme gegeben, weil sich Bewohner nicht an die Regeln hielten.

Seit der Inbetriebnahme des Zentrums vor gut einem Jahr lebten zwischen 40 bis 60 Personen dort.

Seit der Inbetriebnahme des Zentrums vor gut einem Jahr lebten zwischen 40 bis 60 Personen dort.

(Bild: Iris Andermatt)

Das Zentrum nahm seinen Betrieb vor gut einem Jahr auf. Seither hielten sich dort stets zwischen 40 und 60 Personen auf, wie Hegg berichtete. Öfters habe es Probleme gegeben, denn nicht alle Bewohner des Zentrums hätten sich an die Regeln gehalten. Delikte wie Einbrüche, Diebstähle und Handel mit Betäubungsmitteln seien auch der Polizei bekannt. «Wenn ich mir vorstelle, dass da plötzlich 270 Menschen leben könnten - das wäre schon eine Belastung für die beiden Gemeinden», sagte Hegg.

Lyss hatte erst im letzten Mai nach monatelangen Verhandlungen der Betriebs- und Sicherheitsvereinbarung für das Zentrum zugestimmt. Der Gemeinderat zeigte sich damals zuversichtlich, dass dank den Absprachen ein reibungsloser Betrieb möglich sei. «Aber das hat sich bislang nicht gut genug eingespielt», erklärte Hegg am Montag. Nach seinen Informationen wird das Zentrum in zwei bis drei Monaten vorläufig geschlossen. Am weiteren Ausbau von 160 auf 270 Schlafplätze wolle der Bund aber offenbar festhalten. Die Plangenehmigung für den Erweiterungsbau wurde im Mai im Bundesblatt publiziert.

Auch an der Medienkonferenz des Staatssekretariats für Migration in Bern hiess es, der Aufbau der Strukturen gehe schweizweit plangemäss weiter. Am Ziel von insgesamt 5000 Betten halte man fest.

«Lyss vom Sachplan streichen»

Hegg erwartet nun vom Bund und Kanton, dass man das Lysser Waffenplatzareal endlich vom Sachplan Asyl streiche. Dort sei es immer noch als möglicher Standort für ein Bundesasylzentrum vermerkt. Dabei habe Lyss immer klar gemacht, dass zwei Zentren so nahe beieinander für die Gemeinde nicht in Frage kämen.

Das zweite Bundesasylzentrum in der Asylregion Bern befindet sich zurzeit im ehemaligen Berner Zieglerspital. Dabei handelt es sich aber um eine befristete Lösung.

cgg/sda

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