Franzosen wollen Biella kaufen

Eine französische Firma hat dem bernischen Büroartikel-Hersteller offenbar ein Kaufangebot gemacht.

Ein Biella-Mitarbeiter in Brügg.

Ein Biella-Mitarbeiter in Brügg.

(Bild: Keystone)

Der bekannte Büroartikel-Hersteller Biella-Neher soll französisch werden. Die in Paris beheimatete Exacompta SAS macht ein öffentliches Kaufangebot für alle sich im Publikum befindenden Biella-Aktien zu einem Preis von 4'607 Franken pro Aktie.

Exacompta will mit dem Angebot die vollständige Kontrolle (100%) über Biella erlangen, wie es in einer gemeinsamen Mitteilung der beiden Unternehmen heisst. Der Verwaltungsrat von Biella unterstützt das Übernahmeangebot denn auch einstimmig und empfiehlt es den Aktionären zur Annahme.

Die Übernahme von Biella durch Exacompta solle es ermöglichen, die Ressourcen beider Unternehmen zu bündeln, um die Marktpositionen zu festigen und auszubauen, heisst es in der Begründung des Kaufangebotes. Ein Zusammenschluss bringe für beide Unternehmen signifikante strategische, operative sowie finanzielle Vorteile, so der Biella-Verwaltungsrat.

Die Ankeraktionäre von Biella, die zusammen einen Anteil von 52,7 Prozent halten, haben den Angaben zufolge einen bedingten Vertrag zum Verkauf ihres Anteils unterzeichnet. Es sind dies die Ernst Göhner Stiftung (EGS Beteiligungen AG), die Nebag AG und die Neher Holding. Der Kaufpreis entspreche dem Angebotspreis, und der Vollzug sei an die Erfüllung aller Bedingungen des öffentlichen Kaufangebots gebunden. Diese beinhalten etwa eine Mindestannahmequote von 75 Prozent und die Genehmigung durch alle zuständigen Aufsichts- und Wettbewerbsbehörden.

Die Aktien von Biella werden ausserbörslich auf der OTC-Plattform der Berner Kantonalbank (BEKB), der eKMU-x Plattform der Zürcher Kantonalbank (ZKB) und auch bei der Privatbank Lienhardt & Partner gehandelt. Das Kaufangebot beginnt am 15. März und soll bis am 12. April (16.00 Uhr) dauern. Eine Verlängerung der Angebotsfrist ist vorbehalten.

Tiefrote Zahlen

Bekanntgegeben wurden mit dem Angebotsprospekt auch die Jahreszahlen 2018. Biella hat einen Umsatzrückgang von gut 6 Prozent auf 121,1 Millionen Franken hinnehmen müssen. Das Betriebsergebnis war mit -13,2 Millionen (VJ 2,7 Mio) tiefrot, ebenso das Konzernergebnis mit -14,9 Millionen ( 3,2 Mio). Grund für das Minus sind neben dem Umsatzrückgang u.a. Wertberichtigungen von 5,2 Millionen Franken und Aufwendungen für Restrukturierungen von 5,1 Millionen.

Die durch ihre Ordner und Ringbücher bekannte Biella-Gruppe hatte im vergangenen Jahr einen umfassenden Restrukturierungsprozess mit Standortschliessungen in Polen und den Niederlanden gestartet. Ziel der Übung war es, Produktion und Vertrieb für das Europageschäft ausserhalb der Schweiz bei der Biella-Falken GmbH im deutschen Peitz zu konzentrieren. Die 1928 in Paris gegründete Exacompta-Gruppe ist wie Biella im Papeteriegeschäft tätig.

cse/sda

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