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Frage zu YB: Warum nicht Young Girls?

Warum heissen die Berner Frauenmannschaften nicht Young Girls Bern, also YG? Auch die Ask-Force hat keine schlaue Antwort darauf.

YB sei überall ein grosses Thema, schreibt uns Herr Markus B.-B. aus Bern. In Anlehnung an den Namen des Fussballclubs YB (Young Boys) verweist er auf die «jungen Burschen», die in der Champions League mitspielten; es geht dann aber um seine Enkelin Noémi.

Redaktioneller Einschub: Man möge uns verzeihen, dass wir erklären, was YB ausgeschrieben heisst. Die Abkürzung mag heute zwar so geläufig sein wie SBB (Schweizerische Bundesbahnen) oder GPB-DA (Grüne Partei Bern-Demokratische Alternative). Aber was, wenn eine Archäologin in 3000 Jahren in Bern eine Festplatte ausgräbt mit diesem Text darauf?

Herr B.-B. schreibt also, Noémi sei YB-Fan und möchte bald mitkicken – zuerst bei den YB-Mädchen, später bei den YB-Frauen. Doch jetzt beginne das Kopfschütteln bei Grossvater und Enkelin: «Warum heissen die Frauenequipen nicht Young Girls Bern, also YG?» Ob die Ask-Force eine schlaue Antwort darauf habe, fragt er schliesslich.

Haben wir leider nicht, Herr B.-B. Wir versuchen gar nicht erst, dazu etwas Schlaues zu sagen. Auch im Fussballkosmos waren es halt zuerst die Männer, um die sich alles drehte. Sie kennen bestimmt den Schöpfungsmythos dieser Sportart: «Als Sepp Blatter Ronaldo einen Schienbeinschoner entnahm...»

Wie dem auch sei: Wir fänden es erfrischend, wenn YB die Frauenabteilung in YG umtaufen würde. Es wäre genauso prickelnd, wie wenn das Agassizhorn in Rentyhorn umbenannt würde. Solche Entscheide führten dazu, dass landauf, landab bewusstseinserweiternde Geschichten erzählt werden könnten.

Wir freuen uns aber darüber, dass die Bewusstseinserweiterung auch über Einzelpersonen wie Sie immer weiter um sich greift. Ihr Doppelname, Herr B.-B., deutet darauf hin, dass Ihnen Gleichberechtigung stets wichtig war – Ihre Enkelin hat aus Ihnen nun aber endgültig einen natürlichen Frauenförderer gemacht.

Es ist ein Effekt, der sich schon aus uralten Texten herauslesen lässt: Der Vater von Dornröschen zum Beispiel hatte im ganzen Reich die Spindeln verbrennen lassen (sie verletzte sich aber ausgerechnet zu Hause). Selbstverständlich findet man auch das Gegenteil von natürlichen Frauenförderern in der einschlägigen Literatur – König Drosselbart etwa: ein furchtbarer Macker. Genau wie Schellenursli übrigens.

Nicht immer eine schlaue Antwort: askforce@derbund.ch

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