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Exiltibeter kritisieren Schnegg

Für den Empfang einer Delegation der von China in Tibet eingesetzten Regierung erntet der bernische Regierungsrat Schnegg (SVP) Kritik von der Gesellschaft für Schweizerisch-Tibetische Freundschaft.

In der Schweiz lebt die grösste europäische Exilgemeinde der Tibeter.
In der Schweiz lebt die grösste europäische Exilgemeinde der Tibeter.
Adrian Moser

Der bernische Regierungsrat Pierre Alain Schnegg (SVP) hat eine Delegation der von China in Tibet eingesetzten Regierung empfangen. Die Chinesen besuchten in der Schweiz mehrere Kantone, wie der «Sonntags Blick» berichtete. Doch sei der offiziellen Schweiz der Besuch eher peinlich gewesen. Im Gegensatz zur chinesischen Delegation, die von chinesischen Journalisten begleitet wurde, versandten die Schweizer Behörden keine Medienmitteilung über den Besuch.

In der Schweiz lebt die grösste Gemeinde von Exiltibetern in Europa. China marschierte 1950 in Tibet ein und setzte dort eine eigene Regierung ein. Die offizielle Regierung Tibets verlegte ihren Sitz ins indische Exil. Diese tibetische Exilregierung ist international nicht anerkannt, wird aber von verschiedenen Ländern unterstützt. Die Zugehörigkeit Tibets zu China ist jedoch völkerrechtlich ebenfalls umstritten.

Die Gesellschaft für Schweizerisch-Tibetische Freundschaft und die tibetische Exilgemeinde kritisieren die Schweizer Behörden für den Empfang der Chinesen, da die Lage der Menschen in Tibet unter der chinesischen Regierung schlecht sei. Es gebe dort weder Religionsfreiheit noch freie Meinungsäusserung. Sie kritisieren zudem, dass die Schweiz tibetische Exilregierung nicht empfange, die umstrittene chinesische jedoch schon. Sie sehen in dem Besuch eine zunehmende Einflussnahme Chinas auf die Schweizer Tibet-Politik. Die Schweizer Behörden und damit auch der bernische Regierungsrat Schnegg «hofierten den Marionetten der chinesischen Regierung».

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