Erster Erfolg für Widerstand gegen Schulhaus-Ausbau

Das Projekt auf dem Goumoëns-Areal in Weissenbühl soll verkleinert werden, fordert die Stadtratskommission.

Hier im Berner Weissenbühl soll das neue Schulhaus errichtet werden.

Hier im Berner Weissenbühl soll das neue Schulhaus errichtet werden.

(Bild: Franziska Rothenbühler)

Bernhard Ott@Ott_Bernhard

Der Widerstand gegen den Bau einer neuen Schulanlage auf dem Goumoëns-Areal beim Bahnhof Weissenbühl zeigt Wirkung: Die Kommission für Planung, Verkehr und Stadtgrün (PVS) beantragt dem Berner Stadtrat, die Vorlage zurückzuweisen. Der Gemeinderat soll das Projekt «deutlich redimensionieren» und allenfalls geeignete Ersatzstandorte prüfen, ist einem Antrag der Kommission zu entnehmen. Im Fall einer Ablehnung verlangt die Kommission, dass möglichst wenig öffentlicher Freiraum verloren geht und dass auf den Arealen von Zieglerspital und Hopfgut neue Grünanlagen geschaffen werden.

Druck aus Quartier

Die Stadt will auf dem Goumoëns-Areal eine neue Schul- und Sportanlage für rund 500 Kinder in 26 Klassen errichten. Der Gemeinderat plant zur Zeit neuen Schulraum auf dem ganzen Stadtgebiet, um auf die rapide ansteigenden Schülerzahlen zu reagieren. Gegen das 74-Millionen-Projekt auf dem Goumoëns-Areal haben Anwohner in einem Rundbrief an Medien und Stadtratsfraktionen opponiert, weil die Goumoëns-Matte durch das Projekt eines Rasenfeldes tangiert wird (der «Bund» berichtete). Im Schreiben wird beklagt, dass damit ein «wichtiges Naherholungsgebiet» verschwinde. Das Projekt sei überdimensioniert und bessere Alternativen seien voreilig verworfen worden.

In dieselbe Richtung gehen nun auch die oben erwähnten Anträge der Kommission PVS. Der Druck aus dem Quartier war offenbar erfolgreich, auch wenn sich PVS-Präsidentin Milena Daphinoff (CVP) dazu nicht äussern möchte. Sie fügt aber hinzu, dass sie persönlich gegen die Rückweisung des Geschäftes sei. «Der Schulraum in der Stadt Bern ist knapp.» Wer sich darüber beklage, dürfe die Planung neuer Schulanlagen nicht bekämpfen, nur weil er sich von verdichteten Schulprojekten in seiner Nachbarschaft gestört fühle, sagt Daphinoff.

Der Schulraummangel im Stadtteil hat allerdings eine längere Geschichte. So wird etwa seit Jahren gefordert, dass die Stadt das Schulgebäude an der Brückenstrasse vom Kanton zurückfordert. Es wird frei, wenn die Fachhochschule dereinst in einen Campus ziehen wird.

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