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Erpressen die SBB den Kanton Bern?

Das Bahnunternehmen macht wegen des Streits mit der BLS Druck. Deshalb ist nun der Standort im Weyermannshaus in Gefahr.

Auf diesem Areal im Weyermannshaus in Bern soll ein neuer Campus der Fachhochschule zu stehen kommen.
Auf diesem Areal im Weyermannshaus in Bern soll ein neuer Campus der Fachhochschule zu stehen kommen.
Adrian Moser (Archiv)

Die Bundesbahnen SBB kämpfen mit der Berner Bahn BLS um die neuen Fernverkehrskonzessionen. Um zu ihrem Ziel zu kommen, scheuen die SBB offenbar nicht davor zurück, den Kanton Bern, den Haupteigner der BLS, unter Druck zu setzen. Ihr Pfand: der bereits ausgehandelte und von der Berner Regierung genehmigte Baurechtsvertrag für ein Areal im Berner Weyermannshaus. Der Kanton will dort auf einem Gelände der SBB einen neuen Campus für die Fachhochschule bauen.

Gemäss einem Artikel der «SonntagsZeitung» haben die SBB den Vertrag nun sistiert. Laut dem Artikel sagen mehrere Quellen aus, die SBB hätten dem Kanton mitgeteilt, man setze die Unterschrift des Vertrags so lange aus, bis der Konflikt zwischen den Bahnen gelöst sei. Sprich so lange, bis die BLS auf Fernverkehrskonzessionen zugunsten der SBB verzichten. In Berner Regierungskreisen ist darob gemäss dem Artikel von «Erpressung» die Rede. Die SBB erwarten als Gegenleistung für die Unterschrift vom Kanton, dass er seine BLS von ihren Konzessionsplänen abbringe. Offiziell hätten sowohl der Kanton Bern wie auch die SBB die Aussetzung der Unterschrift durch die SBB bestätigt.

Unangenehme Situation

Denn sollte die Unterzeichnung des Baurechtvertrages scheitern, brächte dies den Kanton in die Bredouille. Der Campus ist Kernstück der neuen Standortpolitik. Letztere ist zudem die Kompromisslösung einer kontrovers geführten politischen Debatte. Weil der neue Campus bereits 2026 eröffnet werden soll, verträgt es keine grösseren Verzögerungen. Der Druck der SBB könnte deshalb durchaus Wirkung zeigen.

Gegen aussen sind die Akteure bemüht, den Konflikt nicht eskalieren zu lassen. So dementiert SBB-Sprecher Christian Ginsig gegenüber der «SonntagsZeitung»: «Vonseiten SBB sind noch Punkte zu klären. Deshalb wurde der Vertrag noch nicht unterzeichnet.» Der Berner Regierungssprecher Christian Kräuchi bestätigte seine Aussagen gegenüber Redaktion Tamedia: «Die Vergabe der Konzession hat für den Regierungsrat nichts mit dem Bau eines Campus zu tun», sagte er. Der Kanton gehe davon aus, dass die Verantwortlichen der SBB dies auch so sehen würden. «Falls nicht, wäre das bedauerlich.»

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