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Der Berner Bahnhofplatz wird wohnlicher

Bern baut den Bahnhofplatz um und hofft auf weniger Konflikte. Ein Trinkwasserbrunnen soll während des Sommers für Erfrischung sorgen.

Durst löschen: Auf dem Berner Bahnhofplatz soll über die Sommermonate ein Trinkwasserbrunnen stehen.
Durst löschen: Auf dem Berner Bahnhofplatz soll über die Sommermonate ein Trinkwasserbrunnen stehen.
Franziska Rothenbühler

Gut neun Jahre nach dem Neubau des Bahnhofplatzes gestaltet die Stadt Bern den Bereich rund um den Baldachin um. Am Montag beginnen die Bauarbeiten dafür. Die grösste Neuerung: die Montage eines kleinen Trinkwasserbrunnens. «Bern hat zwar schon viele schöne Brunnen mit trinkbarem Wasser, aber am Bahnhofplatz fehlte dieses Angebot bislang. Zudem kommt man nicht an alle Brunnen gut zum Trinken ran», erklärt Nadine Heller, Bereichsleiterin Gestaltung und Nutzung des Tiefbauamts der Stadt Bern, diese Neuerung.

Sitzbänke statt Stelen

Auch die unter dem Baldachin positionierten roten Wände aus Beton kommen weg. Dort, wo heute diese noch kaum beachteten Werbe-Stelen sind, werden schon bald Sitzbänke stehen. Vermissen werde diese Fläche wohl kaum jemand, meint Nadine Heller. «Dieser Platz war für Werbeanzeigen nicht besonders geeignet, und der ganze Bereich war eher eine Schmutz-Ecke.» Die öffentlichen Telefone, die ebenfalls an den Stelen befestigt waren, demontierte die Swisscom bereits im letzten Jahr, die Briefkästen wurden umplatziert.

Schon im November wurden sechs Sitzbänke bei der Heiliggeistkirche aufgestellt. Die neuen Bänke sind besonders altersgerecht konzipiert – die Sitzfläche ist tief, die Rückenlehne steil. 150 weitere solche Bänke sollen zusätzlich in der ganzen Stadt aufgestellt werden (der «Bund» berichtete).

Durch die gezielte Aufwertung soll der Bahnhofplatz stärker zu einem Begegnungsort werden. Doch das Gebiet ist bekannt für Konflikte zwischen Randständigen oder Szenengruppen und Passanten. Gemeinsam mit den SBB und den anderen Anrainern will die Stadt Bern diese Situation entschärfen. So suchen beispielsweise die Mitarbeiter des neuen Café Florian, in den ehemaligen Räumen der Confiserie Sprüngli, bewusst den Dialog mit den Randständigen und setzen sich für Sitzmöglichkeiten ohne Konsumzwang ein.

Lockerere Atmosphäre

Das Konzept scheint aufzugehen. Darüber freut sich die Sigristin der Heiliggeistkirche, Elisabeth Bissig. «Die Atmosphäre auf dem Platz hat sich aufgelockert, die unterschiedlichen Gruppen vermischen sich stärker als früher.» Auch die Kirchgemeinde Heiliggeist konnte sich in die Planung einbringen. Heller von der Stadt Bern bestätigt: «Wir haben den Bereich seit November bei jedem Wetter beobachtet und eine erfreuliche Entwicklung festgestellt.»

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