Ein Ratgeber zum Einschlafen

Die Ask-Force hat schlaflose Nächte damit verbracht, darüber nachzudenken, wie Schlaf am besten zu finden ist.

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Uns liegen nicht viele Informationen über Herrn S. vor. Seiner Einsendung ist bloss zu entnehmen, dass er einst eine eheliche Verbindung eingegangen ist. Diese scheint bis heute gehalten zu haben. Vielleicht liegt das an Herrn S.’ fürsorglicher Art. Denn die Frage, mit der er uns konfrontiert, bezieht sich auf ein Problem, das seine Gemahlin betrifft.

Wie so viele Menschen pflegt sie sich nachts zur Ruhe zu legen. Doch dies hat kürzlich eine dramatische Wendung genommen, wie dem Schreiben von Herrn S. zu entnehmen ist. Denn Frau S. habe frühmorgens berichtet, sie habe während der Nacht den Schlaf nicht gefunden. Nun will der besorgte Ehemann dieser Insomie tatkräftig entgegentreten und fragt, wie denn besagter Schlaf zu finden sei.

Obwohl das Ask-Force-Kollegium ausschliesslich aus äusserst wachen Geistern besteht, wissen wir so einiges über Schlaf zu berichten. Dieser ist in der Tat nicht immer einfach zu finden. Denn schliesslich hat man bei der Suche nach ihm üblicherweise die Augen geschlossen. Die Suche des Schlafes muss also in vollkommener Blindheit in Angriff genommen werden.

Deshalb ist es wichtig zu wissen, womit wir es überhaupt zu tun haben. Denn Schlaf zu definieren, ist relativ kompliziert. Da er nicht greifbar ist, schliessen wir aus, dass Schlaf ein Gegenstand ist. Da oft vom Land der Träume gesprochen wird, gingen wir zwischenzeitlich davon aus, dass Schlaf ein Ort sein muss. Doch nach ausschweifender wie erfolgloser Suche auf Google Maps mussten wir diese Annahme wieder verwerfen.

Schlaf ist also nicht mit gutschweizerischer Kartografie zu finden. Denn er ist ein Zustand, was alles viel kniffliger macht. Ein Zustand ist nichts, was für gewöhnlich beim Fundbüro abgegeben wird oder mittels Kleinanzeigen erworben werden kann. Selbst spirituelle Hilfsmittel wie etwa Traumfänger bieten aus wissenschaftlicher Sicht keine Garantie für eine erfolgreiche Suche.

Wir haben einige schlaflose Nächte damit verbracht, darüber nachzudenken, wie Schlaf am besten zu finden ist. Wir sind zum Ergebnis gekommen, dass dieser immer weiter in die Ferne rückt, je intensiver über ihn nachgedacht wird. Deshalb raten wir Herrn S. zu einer einfachen, aber effektiven Lösung: Augen zu und durch.

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