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Leserbriefe: «Stimmrecht für Interessierte!»

Leserbriefschreiberinnen und Leserbriefschreiber sprechen sich für das Stimmrecht 16 aus.

Bei den letzten Abstimmungen lag die Stimmbeteiligung im Kanton Bern unter 40 Prozent. Das heisst, mehr als sechs von zehn Erwachsenen haben sich nicht für die drei Vorlagen interessiert.Welche waren es noch einmal? Wissen Sie es noch? Oder antworten Sie auch mit dem Satz «Fragen Sie mich nichts über Politik, ich will nicht dümmer sein als die Miss Schweiz», wenn Ihnen jemand auf der Strasse eine politische Frage stellen will?Es ist nicht fair, anderen etwas vorzuwerfen, das man selber nicht besser macht. Wollen wir allen Erwachsenen das Stimmrecht wegnehmen, weil sich die Mehrheit ja sowieso nicht interessiert? Nein, wollen wir nicht. Ist es nicht merkwürdig, dass die Gegner genau dieses Argument gegen das Stimmrecht 16 verwenden? Lassen wir diejenigen, die sich interessieren mitbestimmen! Man muss nicht, man darf. Dana von Allmen, Interlaken, Präsidentin Juso Berner Oberland

Jugendliche ernst nehmen Selten gab es eine politische Idee, der es so wenig Fundiertes entgegenzusetzen gab wie jetzt dem Stimmrechtsalter 16. Ich wünsche mir deshalb für die letzten Wochen vor der Abstimmung eine offene Diskussion, die zeigt, dass es hier nichts zu verlieren gibt. Im Gegenteil: Wir werden zahlreiche interessierte und vor allem motivierte Jugendliche gewinnen, die sich für unseren schönen Kanton, unser Gemeinwohl und vor allem für ihre Zukunft engagieren. Und dass diese durchaus entscheidungsfähig sind, zeigen sie in ihrem Alltag immer wieder.Zum Beispiel, wenn sie über ihren beruflichen Weg oder ihre schulische Weiterbildung nachdenken und entscheiden. Die Senkung des Stimmrechtes von 20 auf 18 Jahre war ein Erfolg, und Glarus zeigt, dass dies auch bei der Senkung auf 16 Jahre der Fall ist. Deshalb stimme ich am 29. November überzeugt Ja. Nehmen wir unsere Jugendlichen ernst! Petra Baumberger, Bern, Ko-Geschäftsleiterin Schweizerische Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände SAJV

«Gleiche Argumente wie vor 40 Jahren beim Frauenstimmrecht» Jungfreisinnige des Kantons Bern lehnen die Herabsetzung des aktiven Stimmrechtsalters auf 16 Jahre ab, unter anderem mit der Begründung, dass die Mehrheit der Jugendlichen gar nicht mit 16 Jahren abstimmen will. Ein gleiches Argument wurde schon vor 40 Jahren ins Feld geführt, als es um die Einführung des Frauenstimmrechts ging. Zwischen 16 und 18 Jahren verfügt der Mensch im Prinzip über die Möglichkeit, verschiedene Aspekte eines Problems wahrzunehmen, entsprechende Strategien zu einer Lösung heranzuziehen und sich mögliche Konsequenzen einer Handlung oder Nicht-Handlung zu überlegen – alles wichtige Faktoren beim Abstimmen.Da zwischen 16 und 18 Jahren von Seite der Hirnentwicklung bei der grossen individuellen Spannbreite keine signifikanten Unterschiede bestehen, kann der Herabsetzung des Stimmrechtsalters auf 16 Jahre zugestimmt werden.Es ist aber notwendig, weitere Erkenntnisse aus Psychologie und Soziologie in eine solche Entscheidung mit einzubeziehen, mit Berücksichtigung der Bedürfnisse, Ziele und Werte unserer Gesellschaft. Norbert Herschkowitz, Muri b. Bern

Die Jungfreisinnigen engagieren sich aktiv gegen die Senkung des Stimmrechtsalters auf 16 Jahre. Da muss man sich schon fragen, was an dieser Partei freisinnig, liberal oder demokratisch sein soll.

Schliesslich wäre das Stimmrecht 16 eine Chance, um Jugendliche in unsere direkte Demokratie einzubinden und ihnen früh Verantwortung zu übertragen. Die grosse Mehrheit der Jugendlichen ist reif und verantwortungsbewusst – allen Debatten über Jugendgewalt oder Rauschtrinken zum Trotz.Wir können mit einem Ja am 29. November ein Signal an die interessierten und engagierten Jugendlichen geben; dass wir sie brauchen und respektieren. Geben wir ihnen diese Chance! Stefan Krattiger (26)Gemeindepräsident von Aegerten

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