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Sondierungen für eine rechte Gemeinderatsliste

Die bürgerliche Liste für den Berner Gemeinderat könnte bald Konkurrenz von rechts bekommen: Die Schweizer Demokraten (sd) erwägen eine Solokandidatur oder eine Dreierliste: Zumindest Jimy Hofer ist für Verhandlungen offen.

Seit seiner Abwahl aus dem Nationalrat vergangenen Herbst sucht der Schweizer Demokrat Bernhard Hess ein neues politisches Amt. An Erfahrungen mit Legislativämtern fehlt es ihm nicht, vertrat er die SD in den 90er-Jahren doch sowohl im Stadtrat als auch im Grossen Rat. Heute ist Hess nicht abgeneigt, sich der Herausforderung eines Exekutivamtes zu stellen. «Es gibt Leute, die sehr unzufrieden sind mit der bürgerlichen Dreierliste für den Berner Gemeinderat», sagt Hess. Er sei daher auch von Leuten ausserhalb der eigenen Partei angefragt worden, ob er nicht Interesse an einer Kandidatur für den Gemeinderat habe. «Ich ziehe diese Option in Betracht», sagt Hess.

Plädoyer für eine «H-Lösung»

Hess schliesst eine Solo-Kandidatur für den Gemeinderat nicht aus. Diese könnte zumindest einer eigenen Stadtratskandidatur und der SD-Liste für die Stadtratswahlen «Schub geben» . Am liebsten wäre dem SD-Zentralsekretär aber eine «H-Lösung» mit Jimy Hofer und dem ehemals freisinnigen Gemeinderat Stephan Hügli. Mit einem der «Hs» sei er über einen Mittelsmann im Kontakt, sagt Hess. Und räumt im gleichen Atemzug ein, dass er mit dem Ex-Bronco Jimy Hofer wohl leichter eine gemeinsame Basis finden würde. «Wir passen etwa so gut zusammen wie die CVP zum SVP-Kandidaten Beat Schori.» Wahllisten seien nun mal Zweckbündnisse. «Es wäre unsinnig, wenn jeder der drei Hs einzeln kandidieren würde», sagt Hess. Mit Stephan Hügli habe er diesbezüglich noch nicht geredet.

«Schori ist zu weich»

Dass eine allfällige rechtsbürgerliche Liste der bürgerlichen Dreierliste schaden könnte, nehmen die SD in Kauf. «Wenn auf Seiten der Bürgerlichen mehrere Listen zusammengestellt werden, gibt es sowieso keine Wende», sagt Robert Meyer, Vizepräsident der SD Stadt Bern. Der Vorstand der Partei habe daher beschlossen, eine eigene Kandidatur in Erwägung zu ziehen. Hess ergänzt, dass aus der Sicht rechtsbürgerlicher Wähler der auf der bürgerlichen Liste kandidierende SVP-Politiker Beat Schori zu weich sei. «Er setzt sich zu wenig für Sicherheit, Recht und Ordnung ein», sagt Hess.

«SD schadet den Bürgerlichen»

Schoris Chancen für eine Wahl wären auf einer gemeinsamen Liste mit den Rechtsaussen-Parteien grösser gewesen, sagt Hess. Die SD seien aber von den bürgerlichen Listenverhandlungen von Anfang an ausgeschlossen worden.

SVP-Kandidat Beat Schori ist überrascht über eine mögliche Liste am rechten Rand des Parteienspektrums. «Es muss sich um eine Solo-Aktion von Bernhard Hess handeln», sagt Schori. Die beiden SD-Stadträte Dieter Beyeler und Lydia Riesen seien ja in seinem Unterstützungskomitee mit dabei. Parteipräsident Dieter Beyeler habe ihm gar bestätigt, dass die SD Stadt Bern als Partei hinter ihm stehe. «Ich habe Mühe mit Hess’ Vorgehen», sagt Schori. Vor einer Kandidatur Hess habe er keine Angst, da die SD bereits vor vier Jahren mit einer Solo-Kandidatur eine Abfuhr erlitten habe. Trotzdem müsse sich die Rechtsaussen-Partei bewusst sein, dass sie der bürgerlichen Liste schade. «Damit zeigen sie ihr wahres Gesicht», sagt Beat Schori.

«Hess soll mich kontaktieren»

Gemeinderat Stephan Hügli erklärte gestern, dass er sich im Prinzip alle Optionen offen halte. «Aber ich gehöre definitiv nicht auf dieselbe Liste wie Bernhard Hess.» Ex-Bronco Jimy Hofer dagegen zeigt sich offener. Er habe bisher zwar nicht direkt mit Hess gesprochen. Aber er sei sich bewusst, dass er Listenpartner brauchen werde, um seine Wahlchancen zu erhöhen. «Warum nicht? Das Rennen ist offen. Hess soll mich ruhig kontaktieren», sagt Hofer.

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