Zum Hauptinhalt springen

Blut, Schweiss und Rekordgewicht

Die Wahlen vom 30. November brechen einige Rekorde. Das Wahlmaterial steckt in einem doppelt so grossen Couvert wie üblich und ist so schwer wie noch nie. Die Stadt stellt mehr Plakatständer auf als noch vor vier Jahren und hat mehr Stimmenzähler aufgeboten als vor vier Jahren.

Couverts befüllen kann eine blutige Sache sein. Besonders wenn man Tausende von Briefumschlägen mit Wahl- und Abstimmungsmaterial füllen muss, wie das die Angestellten der Firma AWZ im Sulgenrain in diesen Tagen tun. Fast jede der Einpackerinnen hat zumindest einen Finger eingebunden. Der Couvertrand sei messerscharf; ein Moment der Unachtsamkeit genüge, um sich eine Schnittwunde zu holen, klärt Priska Müller auf. Sie steckt im Akkord verschlossene Briefe mit den Abstimmungsunterlagen sowie verschweisste Bündel mit Wahlpropagandamaterial in C4-Couverts.

An das ungewohnte Format musste sich Müller zuerst gewöhnen. Normalerweise wird Abstimmungs- und Wahlmaterial in C5-Couverts verschickt, die maschinell verpackt und zugeklebt werden.

Aufs grössere Format umsteigen musste die Stadt wegen der Rekordzahl an Parteien und Gruppierungen, die sich bei den Stadtratswahlen beteiligen, und den insgesamt 11 Abstimmungsvorlagen auf städtischer, kantonaler und nationaler Ebene. «Die C5-Couverts wären mit all den Unterlagen zu dick geworden», sagt Beat Steinmann, Leiter Produktion bei der AWZ.

Gewichtiges Politmaterial

Die Briefe mit der Wahlpropaganda sind aussergewöhnlich gross und schwer. Ein Exemplar wiegt 646 Gramm; bei einer Auflage von 85000 ergibt das ein stattliches Gewicht von 53 Tonnen. Laut Steinmann ist es einer der schwersten Wahlversande der letzten Jahre. Bei den Gemeinderatswahlen 2004 habe ein Couvert knapp 500 Gramm gewogen.

Die abgepackten C4-Couverts werden in Rollwagen verladen, die von der Post abgeholt werden. Die Ware wird nächste Woche vom Zustellpersonal des «gelben Riesen» in die Briefkästen gelegt.

Grossauftrag für die AWZ

Das Verpacken und Spedieren des Wahlmaterials ist für die AWZ ein Grossauftrag. Um termingerecht fertig zu werden, helfen temporär zwei Bürokräfte und zwei Frauen aus dem Steckbetrieb mit. Laut Steinmann haben 12 bis 15 Personen irgend etwas mit dem Auftrag zu tun. Der Arbeitsaufwand belaufe sich auf rund 520 Hand- und Maschinenstunden.

Wahlwochenende der Superlative

Das Abstimmungswochenende vom 30. November setzt in vielerlei Hinsicht neue Massstäbe. So kommt die Stadt wegen der 20 Parteilisten nicht darum herum, die Zahl der Plakatierungsstellen zu erhöhen (von 16 auf 26).

Aufgestockt wird auch bei den Stimmenzählerinnen und -zählern. Vorsorglich wurden 752 Personen für den Stimm- und Wahlausschuss aufgeboten. Zum Vergleich: Bei den letzten Gemeinderatswahlen kamen 688 Leute zum Einsatz. Personell unverändert geblieben sind der Urnendienst (100 Personen) und die Kontrollgruppe (30 Personen).

Etliche Mehrkosten für die Stadt

Die aussergewöhnlichen Aufwendungen belasten die Stadtkasse zusätzlich. Material, Druck, Verpackung und grösseres Format verursachten geschätzte Mehrkosten von 80000 Franken, sagt Vizestadtschreiberin Christa Hostettler. Weiter schlägt das Mehrgewicht zu Buche (plus 60000 Franken). Für die Zusatz-Plakatständer sind vorsorglich 38000 Franken budgetiert worden. Die Wahlen 2008 seien rund 175000 Franken teurer als die von 2004, sagt Hostettler.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch