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Aufgetischt: Gelebte Träume im Blockhaus

Mit dem «Dream Valley Saloon» hat sich die Familie Fahrni in Oberlangenegg einen amerikanischen Traum verwirklicht und tischt schmackhafte Fleischgerichte auf.

Oberhalb von Thun nicht mehr weit vom Schallenbergpass entfernt hat der Winter eine dicke Schneedecke über die Landschaft gelegt. Eis und Schnee glitzern im Vollmondlicht. Das Rundholzblockhaus wirkt im warmen Licht der Weihnachtsbeleuchtung ein bisschen wie aus dem Märchen. Aber nicht der traumhaft-schöne Anblick des Anwesens verleiht dem «Dream Valley Saloon» den Namen. Der einfache Gastronomiebetrieb im Blockhaus ist Teil eines (amerikanischen) Traums, den die Familie Fahrni in Oberlangenegg verwirklicht hat.

Bevor Andreas Fahrni den elterlichen Bauernbetrieb übernehmen sollte, bereiste er in den 1980er-Jahren den Norden Amerikas. Mit Country-Musik in den Ohren und den eigenen Ideen im Kopf kehrte er in die Heimat zurück und setzte sie trotz grossem Widerstand aus dem konservativen Bauerndorf um. Er stellte den Betrieb auf Muttertierhaltung um, baute ein Blockhaus nach kanadischem Vorbild, seit einigen Jahren bietet er in einem Tipi Übernachtungen an und hält sich gar die eigene Bisonherde.

Im Blockhaus verströmt ein grosser Werkstattholzofen eine wohlige Wärme. Alles ist aus Holz. Die Wände bestehen aus dicken aufeinandergeschichteten Weisstannenstämmen. Baumstämme als Balken, der Dachgiebel aus Rundhölzern, die massiven Tische sind ebenfalls aus Holz und die Sitzbänke wurden aus längswegs halbierten Stämmen gezimmert. Krumm gewachsene Tannen dienen als Treppengeländer oder als Verzierung. Den Eingang schmücken Kuhfelle, von der Wand blickt stumpf ein ausgestopfter Bisonkopf.

Die Karte des «Dream Valley Saloons» ist nichts für Vegetarier. Zwar werden zur Vorspeise grüner und gemischter Salat aufgetischt – klassische Landbeizenkost mit dicker und zu viel Sauce –, und es gibt das Menü Lady Time, ein Vegisteak mit Schnittlauchfüllung, garniert mit Salaten und Backed Potatoes als Beilage. Die wahre Stärke der Blockhausküche liegt bei den Fleischgerichten. Von der Bio-Säuli-Bratwurst bis zum T-Bone-Steak mit Country Cuts gibt es vieles, was das Herz begehrt. Das Fleisch stammt aus Mutterkuhhaltung – Natura-Beef und Bio-Porc beziehen Fahrnis von Bauern aus der unmittelbaren Umgebung.

Der Valley-Saloon-Burger «De Luxe» (Fr. 19.50), ein Beef-Hacksteak im Brötchen mit Käse, Speck und Zwiebelringen, schmeckt denn auch hervorragend. Das Fleisch ist saftig und gut gewürzt, das Brötchen frisch und knusprig. Nur das Essen eines Burgers ist auch hier alles andere als einfach. Da haben es die beiden Begleiter einfacher, sie können dem Fleisch auf dem Teller mit dem Messer zu Leibe rücken: Das Rindshuftsteak mit Kräuterbutter (Fr. 36.50) ist zart und lässt sich widerstandslos in mundgerechte Portionen schneiden. Das Bison-Entrecôte (Fr. 40.50) sei extra nicht gewürzt, erklärt Wirtin Fränzi Fahrni, damit man den Geschmack des Fleisches unverfälscht kosten könne. Das Bisonfleisch schmeckt leicht und angenehm herb, als wäre etwas von der Wildheit dieses Tieres selbst auf dem Teller noch zu spüren. Zu allen Grilladen werden genügend Country Cuts, Pommes frites oder Backed Potatoes serviert.

Noch wird das Bisonfleisch aus Kanada importiert und ist nur auf Anfrage erhältlich. Fahrnis Bisonherde ist noch nicht gross genug, damit die Gäste mit eigenem Fleisch versorgt werden können. «Das braucht viel Zeit», gibt die Wirtin Auskunft. Überhaupt sind Fahrnis gesprächige Leute. Man ist eben auf dem Land. Ein Nachtisch ist auf der Karte nur als Buffet wohl für Gesellschaften vorgesehen. Aber ein Dessert ist auch gar nicht mehr nötig. Bei Country-Musik ab dem CD-Player klingt der Abend gemütlich aus. Man kann sich vorstellen, wie hier hin und wieder Musikanten in Cowboyhüten und -stiefeln den Saloon zum Kochen bringen.

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