Afrikanischer Fingerfood

Villa Stucki

Äthiopien liegt gleich um die Ecke, beim Eigerplatz links. Im Quartierzentrum Villa Stucki wird im gemütlichen «Beizli» jeden Dienstag äthiopisch gekocht.

Und sobald es das Wetter wieder zulässt, soll die exquisite Köstlichkeit auch wieder auf der Veranda vor dem Jugendstil-Anwesen serviert werden.

Injera (sprich Indschera) ist die Beilage und Grundlage von fast jedem äthiopischen Gericht. Die pfannkuchenartigen Sauerteigfladen werden am Horn von Afrika zu jedem Essen serviert: morgens, mittags, abends. Auch im Villa-Beizli gibt es keine Alternative zum Fladenbrot. Wir haben lediglich die Wahl, welches Fleisch, welche Saucen und welches Gemüse darauf angerichtet werden, und entscheiden uns für das Gericht Key-Uot mit Rindsgeschnetzeltem, Zwiebeln, Paprika und Gelberbsensauce (Fr. 26.–) sowie für das vegetarische Degustationsmenü mit Linsen, Bohnen, Karotten, Spinat, Kartoffeln und Salat (Fr. 28.–). Serviert werden die beiden Bestellungen allerdings nicht auf getrennten Tellern, sondern zusammen in einem bunten, flachen Bastkorb.

Bevor es ans Essen geht, wird erst noch das Waschgeschirr gereicht. Die Bedienung giesst uns Wasser über die ausgestreckten Hände und fängt das Nass wieder in der ziselierten Schale auf. Dann hält sie uns ein Handtuch hin und nickt freundlich: Wir dürfen loslegen. Wie das ohne Messer und Gabel geht, beobachten wir am Nebentisch: Man reisst einfach kleine Teile des Fladenbrots ab, greift sich damit ein Stück der pikanten Fleisch- oder Gemüsebeilage und führt es sich zu Gemüte. «Wie Fondue», erklärt man uns. Was uns die zuvorkommenden Äthiopier jedoch nicht erklären können: Wie sie es schaffen, sich dabei die Hände nicht zu verschmieren.

Egal. Das Essen macht Spass, der «Fingerfood» schmeckt vorzüglich und ist unseren europäischen Gaumen angepasst entschärft. Wir lecken uns die Finger.

Der Bund

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