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Reaktionen: Im Werktagsanzug zu drei Punkten

Sieben Tage nach dem spektakulären Spitzenkampf zwischen YB und Basel wurde gestern den fast 23 000 Zuschauern Schmalkost geboten. Ohne Tempo, ohne Feuer, ohne Esprit: So präsentierte sich YB eine Stunde lang gegen den defensiv eingestellten Gast aus Neuenburg. Auf den Tribünen fror das Publikum und wartete mit zunehmender Ungeduld auf das Erwachen des Tabellenführers, das erst nach gut einer Stunde erfolgte.

Die Sieger wussten nach dem Abpfiff, dass sie nicht gut gespielt hatten. «Vergessen, abhaken, vorwärts schauen», hiess das in den Worten von David Degen. Alberto Regazzoni, einziger Torschütze des grauen Nachmittags, wies auf den unbequemen Gegner hin, «der die Räume geschickt zumachte». Der Stürmer mochte nicht zum Schlechtredner avancieren angesichts des positiven Endresultats. Die Equipe sei nicht ganz so spritzig und wach gewesen wie gegen Basel. Doch sie habe bewiesen, dass sie auch gewinnen könne, wenn es nicht laufe wie gewünscht. Zu denen, die gar nicht auf Touren kamen, gehörte Matar Coly. Der Senegalese konnte gegen seine ehemaligen Klubkollegen mit den wenigen Bällen, die er zugespielt erhielt, nichts Produktives anfangen. Es war deshalb keine Überraschung, dass ihn Petkovic zur Pause unter die Dusche schickte.

Sein Ersatz Christian Schneuwly wusste da schon einiges besser zu gefallen. Er habe das umzusetzen versucht, was der Trainer in der Pause von ihm verlangt habe. «Er sagte, mach Tempo, reisse Löcher, suche den Abschluss», sagte der jüngere Schneuwly, der auf seinem weissen Unterleibchen die Zahl 26 aufgemalt hatte - die Nummer seines verletzten Bruders Marco. Er habe auch ein bisschen für seinen Bruder gespielt, sprach er einem Radioreporter ins Mikrofon, der wissen wollte, was es mit der Nummer für eine Bewandtnis habe.

Varela und die YB-Utensilien

Ein paar Schritte neben Schneuwly stand Carlos Varela. Der langjährige YB-Spieler war «enttäuscht und verärgert über die unglückliche Niederlage». Das YB, das er heute gesehen habe, sei nicht «das grosse YB gewesen, das er in dieser Saison mehrmals gesehen habe», meinte Varela. Der 32-jährige Spanier war nicht ein einziges Mal als «acteur provocateur» aufgetreten. Fast schien es, als wolle er es mit dem Berner Anhang, der ihn vielleicht gerade wegen seiner streitbaren Art ins Herzen geschlossen hat, nicht verscherzen. Dass ihm im Wankdorf immer noch einige Türen offen stehen, veranschaulichte eine andere Begebenheit: Ein YB-Betreuer schleppte ihn kurzerhand mit in die YB-Kabine. Als er einige Minuten später wieder in die Mixed-Zone trat, hatte er einen Plastiksack in der Hand. Inhalt: YB-Utensilien. Wie heisst es doch so schön: Alte Liebe rostet nicht.

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