Dogge muss in Verhaltenstherapie

Eine argentinische Dogge, die vor drei Jahren einen Kurier bei einer Zustellung verängstigte, muss in ein Verhaltenstraining. Das befand das bernische Verwaltungsgericht.

Argentinische Doggen werden in Südamerika für die Wildschwein- und Raubkatzenjagd eingesetzt.

Argentinische Doggen werden in Südamerika für die Wildschwein- und Raubkatzenjagd eingesetzt.

(Bild: www.hundund.de)

Markus Dütschler

Die Dogge hat bereits zweifelhafte Prominenz erlangt. Als ein Kurier in der Region Bern einem Haushalt etwas zustellen wollte, raste das 45 Kilogramm schwere Tier auf den Boten zu. Dieser flüchtete entsetzt, sprang von einer vier Meter hohen Mauer herunter und verletzte sich leicht. «Der Hund wollte mir an die Gurgel», berichtete der Kurier 2016 gegenüber dem Gratisblatt «20 Minuten». Dies lasen viele Leute, auch Anwohner, die dem kantonalen Veterinärdienst meldeten, auch sie hätten Angst vor dem grossen Hund. Eine Hundeexpertin in der Nachbarschaft befand, dessen Verhalten sei nicht normal. Der Veterinärdienst verlangte, dass der Hund, dessen Rasse in Südamerika für die Wildschwein- und Raubkatzenjagd eingesetzt wird, die Defizite mit seinem Herrchen in einem Training mit Abschlussprüfung ausbügeln müsse.

Fehler beim «Hundehasser»

Der Halter sah das anders. Der Kurier sei ein «Hundehasser», habe trotz Warnschildern das Grundstück betreten und sich falsch verhalten. Auch die anderen Melder übertrieben ihre Ängste. Der Hund sei nicht aggressiv, wenn sich die Menschen «richtig» verhielten. Er habe den Hund im Griff, es gehe von diesem keine Gefahr aus. Der Halter suchte in Bern einen Tierarzt auf, um sich dies bestätigen zu lassen. Dieser hielt fest, der Hund zeige zwar kein abnormales Verhalten, doch habe er sich auf dem Untersuchungstisch nur mit Maulkorb untersuchen lassen. Dem Hund fehle die «Rudelstruktur», so der Veterinär, dies solle das Tier in einer Verhaltenstherapie erlernen. Auch sei die Frau des Halters zu wenig streng mit dem Hund. Der Halter ging mit seinem Tier in ein solches Training, brach dieses aber ab.

Nun landete der Fall beim bernischen Verwaltungsgericht. Dieses befand, der Halter mache es sich zu einfach, wenn er meine, es passiere schon nichts, wenn sich alle richtig verhielten. Die vorliegenden Fakten und Expertenstimmen zeigten, dass der Hund das Brevet erlangen müsse. Es wies darum die Beschwerde des Halters ab.

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