Die Zukunft rollt heran

Schon bald wird man beim Aare-Spaziergang einem selbstfahrenden Kleinbus begegnen. Das Pilotprojekt von Bernmobil soll diesen Sommer starten.

Bernmobil-Direktor René Schmied über die Probleme des selbstfahrenden Bus (Video: Simone Klemenz, Dölf Barben).

Bernmobil wappnet sich für die Zukunft. Ab diesem Sommer soll ein selbstfahrender Kleinbus eine fixe Route in Bern aufnehmen. Dies verkündete Bernmobil gestern an einer Medienkonferenz. Zur Testfahrt wurde auf dem Tramdepot-Gelände an der Bolligenstrasse geladen, wo der Bus seit mehreren Wochen auf Herz und Nieren geprüft wird.

Geplant ist, ab Sommer die Strecke von der Talstation der Marzilibahn bis in den Bärenpark zu bedienen. Im Halbstundentakt soll der knallrote Mini-Bus des französischen Herstellers Easy Mile seine Runden drehen; dabei soll er in die Leitstelle von Bernmobil eingebunden werden. Die für das Pilotprojekt erforderliche Ausnahmebewilligung ist allerdings noch hängig – das Startdatum daher noch unklar. Bernmobil hat das Gesuch Mitte Januar 2019 beim Bundesamt für Strassen eingereicht.

Auf dieser Strecke zwischen Bärenpark und Marzili soll der selbstfahrende Bus künftig verkehren.

Sicherheit an erster Stelle

Sobald die Bewilligung vorliegt, können die Arbeiten auf der geplanten Pilotstrecke durch die Matte beginnen. Die Route müsse zuerst manuell abgefahren werden, um den autonomen Kleinbus auf den Millimeter genau zu programmieren, erklärte Projektleiter Bernhard Riegel. Trotz dieser präzisen Planung: Ganz selbstständig kann der achtplätzige Mini-Bus noch nicht unterwegs sein. Von fünf möglichen Sicherheitsstufen erreicht er momentan die vierte. Dies bedeutet, dass stets eine Begleitperson an Bord sein muss, die in Notsituationen manuell eingreifen kann.

Aber auch Kreuzungen stellen das Gefährt noch vor eine Herausforderung. Denn der autonome Kleinbus ist bis jetzt nicht in der Lage, selbst zu entscheiden, ob er nun freie Bahn hat oder nicht. In erster Linie gehe es beim Pilotprojekt aber darum, sicher unterwegs zu sein, sagte Bernmobil-Direktor René Schmied.

Blatt als Knacknuss

Schnelligkeit zeichnet das Gefährt momentan noch nicht aus. Mit einem Tempo von unter 20 Kilometern pro Stunde gestaltet sich das Mitfahrerlebnis eher gemütlich. Zum Vollstopp kann es jedoch schnell kommen. Denn bereits ein herunterfallendes Blatt kann für den Mini-Bus ein Hindernis darstellen. Einen zukünftigen Einsatz der Kleinbusse mitten in der Berner Innenstadt beurteilt Schmied dementsprechend noch als kritisch. Die Technologie befinde sich noch in den Kinderschuhen.

mer/SDA

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