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Die Stadt Bern wagt den Versuch mit Countdown-Ampeln

Was im Ausland schon lange Standard ist, wird nun in Bern getestet – auch wenn dabei geschummelt werden muss.

In der Stadt Bern ebenfalls bald Realität: Die Countdown-Ampel. In China ist diese bereits im Einsatz.
In der Stadt Bern ebenfalls bald Realität: Die Countdown-Ampel. In China ist diese bereits im Einsatz.
XueJun Li

Die Stadt Bern erhält ab Dezember eine erste Countdown-Ampel. Sie soll den wartenden Fussgängerinnen und Fussgängern die verbleibende Dauer der Rotphase anzeigen. Karl Vogel, Leiter Verkehrsplanung, bestätigt eine entsprechende Meldung von Radio Energy.

Die Testampel wird am stark frequentierten Fussgängerstreifen zwischen Heiliggeistkirche und Bahnhof eingerichtet. «Dieser Versuch ist überfällig», sagt Vogel. In jeder grösseren Schweizer Stadt werde seit Jahren über die Einführung eines solchen Ampelsystems diskutiert. Getraut habe sich trotz mehreren politischen Vorstössen bisher aber noch niemand. Bern geht nun voran und bezahlt für den Test zwischen 20000 und 30000 Franken.

Mehr Sicherheit

Vom neuen System erhofft sich Vogel zusätzliche Sicherheit für die Fussgänger. «Weil sie ihren Zug nicht verpassen wollen, kommt es im Umfeld des Bahnhofs immer wieder vor, dass Personen bei Rot über die Strasse gehen.» Ein Countdown könne da Abhilfe schaffen, hofft Vogel. «Denn wer sieht, dass in zehn Sekunden sowieso grün wird, ist eher bereit zu warten.»

Im Ausland sind Countdown-Ampeln vielerorts seit Jahren Standard. Dänemark hat das System flächendeckend eingeführt, und auch in Madrid oder Hamburg finden sich Lichtsignalanlagen mit Sekundenanzeige.

Lange Sekunden

In der Schweiz scheiterte die Einführung bisher an technischen Hürden. Anders als vielerorts im Ausland sind Rot- und Grünphasen nämlich nicht über eine Festzeitsteuerung geregelt. Weil der öffentliche Verkehr bevorzugt wird, haben Busse die Möglichkeit, Grünphasen für den motorisierten Verkehr um bis zu 30 Sekunden zu verlängern.

Bei der Testampel am Bahnhofplatz spiele dieser Eingriff aber keine grosse Rolle. «Die Busse können die Grünphase bei diesem Lichtsignal um höchstens drei Sekunden verlängern», sagt Vogel. Dies ermögliche es, die Zeitanzeige so zu programmieren, dass sie nicht plötzlich in die Höhe schnelle. «Stattdessen werden die letzten Sekunden einfach ein wenig länger dauern.» Diese Verzögerung sei aber so gering, dass die Fussgänger sie gar nicht bemerkten.

Der Berner Versuch beschränkt sich vorerst auf die eine Ampel beim Bahnhofplatz. Gemäss Verkehrsplaner Vogel ist die Installation einer solchen Anlage aber auch an anderen Standorten in Bern denkbar. Ihr Einsatz müsse sich nicht auf den Fussverkehr beschränken, sagt Vogel. «Auch für Auto- und Velofahrer könnte diese Technologie interessant sein.»

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