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Die Polizeikritiker in die Verantwortung nehmen

Wie kann die Sicherheit auf der Berner Schützenmatte gewährleistet werden? Ohne punktuelle Zusammenarbeit mit der Polizei dürfte es nicht funktionieren.

Ein Polizeieinsatz bei der Berner Schützenmatte im letzten Oktober.
Ein Polizeieinsatz bei der Berner Schützenmatte im letzten Oktober.
Raphael Moser

Auf der Schützenmatte gibt es auch in diesem Sommer viele Bars, Kon­zerte und Kunstprojekte. Damit soll ein Kontrapunkt zur rauen Stimmung auf dem benachbarten Reitschule-Vorplatz geschaffen werden. Doch die Zwischennutzung hat nicht nur Nachtschwärmer angezogen, sondern auch Kriminelle. Raubüberfälle und Schlägereien sind derzeit an der Tagesordnung. Man könnte argumentieren, die Belebungsstrategie sei gescheitert.

Doch dann müsste man auch argumentieren, dass sich die Polizeiein­sätze als wenig zielführend erwiesen hätten. Seit achtzehn Monaten geht die Polizei auf der «Schütz» verstärkt gegen den Drogenhandel vor. Fazit: Immer noch Drogen, mehr Gewalt und ein völlig verkorkstes Verhältnis zwischen Polizei und Reitschule.

Beide Sichtweisen greifen zu kurz. Die aktuelle Situation zeigt vor allem: Einfache Lösungen gibt es für das Areal rund um die Reitschule nicht. Die Stadt versucht nun, auf die meist ausländischen Täter mit einem interkulturellen Präventionsprojekt ein­zuwirken und so die Situation zu verbessern. Zudem soll die Polizei­präsenz erhöht werden.

Klar ist, mit Sozialarbeit allein kommt man gegen Räuberbanden nicht an. Ob sich die Lage mit mehr Polizei verbessern lässt, ist aber fraglich. Auf dem Platz halten sich Jugendliche, Flüchtlinge, Linksautonome und gewöhnliche Partygänger auf. Das verunmöglicht es der Polizei, frei zu agieren, ohne Kollateralschäden in Kauf zu nehmen. Die Wirkung von so manchem Polizeieinsatz war denn auch wenig befriedigend.

Zusätzlich wäre es einen Versuch wert, die Akteure vor Ort in die Verantwortung zu ziehen und ihnen Sicherheitspatrouillen zu finanzieren. Der Reitschule-eigene Sicherheitsdienst und die Sicherheitsfirma aus dem Umfeld der Zwischennutzer verfügen über Know-how und Akzeptanz vor Ort. Die schärfsten Polizeikritiker könnten zeigen, dass linke Sicherheitsarbeit funktioniert. Aber ohne punktuelle Zusammenarbeit mit der Polizei wäre auch dies zum Scheitern verurteilt.

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