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Der Transitplatz rutscht weg

Das Nein zum Transitplatz in Wileroltigen wird immer wahrscheinlicher. Das zeigt die jüngste Umfrage.

Der Transitplatz würde direkt an der Autobahn eingerichtet, wo bereits ein Rastplatz besteht.
Der Transitplatz würde direkt an der Autobahn eingerichtet, wo bereits ein Rastplatz besteht.
Valérie Chételat, Archiv

Der Transitplatz in Wileroltigen findet beim bernischen Stimmvolk immer weniger Zustimmung. Dies zeigt die jüngste Tamedia-Umfrage, die im Auftrag der «Berner Zeitung» durchgeführt wurde. Demnach wollen 57 Prozent der Umfrageteilnehmenden den Kredit für den Halteplatz, über den am 9. Februar abgestimmt wird, nicht oder eher nicht annehmen. Der reine Nein-Anteil liegt bei 50 Prozent.

Vor zwei Wochen tendierten ebenfalls bereits über 50 Prozent zu einem Nein – 45 Prozent der Teilnehmenden sagten, sie würden Nein stimmen, 10 Prozent eher Nein.

Zwar hat auch der Anteil der Befürworter zugenommen. So stieg der Ja-Anteil («Ja» und «eher Ja» zusammen) von 36 auf 38 Prozent. Doch die Zunahme der befürwortenden Stimmen vermag gegen die Skepsis der Stimmbürgerinnen und Stimmbürger offenbar nicht anzukommen. Der Grund: Der Anteil der Unschlüssigen hat abgenommen. Und wer bisher unschlüssig war, tendiert stärker zu einem Nein.

Wer soll zahlen?

In der Umfrage konnten verschiedene Gründe für das Nein angegeben werden. Die Finanzierung spielt eine wichtige Rolle: Die 90’000 Franken pro Stellplatz seien sehr viel Geld, finden die Gegner. Gemäss der Umfrage wünschen sie sich auch, dass die Fahrenden sich selber organisieren und den Landeigentümern einen fairen Preis für den Aufenthalt anbieten sollten.

Die Befürworter hingegen argumentieren, dass der Kanton mit dem Bau des Transitplatzes seine Verantwortung gegenüber Fahrenden wahrnehmen würde. Mit einer offiziellen Haltemöglichkeit könne zudem unerwünschten Landnahmen vorgebeugt werden. Vor allem aus diesen zwei Gründen sollte der Kanton in den Transitplatz investieren, heisst es auf der Befürworterseite.

Männer tendieren stärker zu einem Nein

Gemäss der Umfrage lehnen 53 Prozent der männlichen Stimmberechtigten den Transitplatz an der Autobahn westlich von Mühleberg ab. Auch die Frauen sind mit 47 Prozent eher kritisch gegenüber dem Transitplatz eingestellt.

Der Nein-Überhang zieht sich durch alle befragten Alterskategorien hindurch. Bei den 18- bis 34-Jährigen ist gemäss Umfrage noch am ehesten mit einem Ja zu rechnen.

Nicht überraschend ist die massive Ablehnung für den Transitplatz in Wileroltigen bei der SVP. Hier liegt der Anteil der Nein-Stimmen bei 85 Prozent. Auch die zustimmende Haltung bei der SP und bei den Grünen entspricht der Erwartung. Bei den Befragten, die sich der GLP zuschreiben, zeichnet sich jedoch noch kein klares Bild ab: Die Ja- und die Nein-Stimmen halten sich mit 35 Prozent und 34 Prozent ungefähr die Waage.

Ja in der Stadt, Nein auf dem Land

Abschliessend lässt die Tamedia-Umfrage ein Stadt-Land-Gefälle erkennen: Städter tendieren mit 42 Prozent eher zu einem Ja, während 58 Prozent der Stimmberechtigten auf dem Land den Transitplatz für ausländische Fahrende in Wileroltigen ablehnen.

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