Charme-Offensive der Statthalter soll für Prêles-Ersatz sorgen

Der Kanton Bern braucht ein Rückkehrzentrum für abgewiesene Asylsuchende. Die Regierungstatthalter sollen in möglichen Standort-Gemeinden Goodwill schaffen.

Das ehemalige Jugendheim in Prêles. (Archiv)

Das ehemalige Jugendheim in Prêles. (Archiv)

(Bild: Enrique Munoz Garcia)

Der Kanton Bern hat mehrere Standorte ausfindig gemacht, die als Rückkehrzentren für abgewiesene Asylsuchende in Frage kommen. Wo sie sich befinden, will die Polizei- und Militärdirektion vorderhand nicht sagen.

Sie will zunächst zusammen mit den zuständigen Regierungsstatthaltern auf die betroffenen Gemeinden zugehen, wie sie am Mittwoch mitteilte. Die Standorte würden «zu gegebener Zeit» bekanntgegeben.

Menschen mit rechtskräftigem Wegweisungsentscheid sollen künftig getrennt von anerkannten Flüchtlingen und Asylsuchenden untergebracht werden. Das hat der Kanton im Zug der Asylreform beschlossen. Der Grosse Rat unterstützt die Strategie. Gesucht sind also Unterkünfte für 350 bis 450 abgewiesene Asylbewerber.

Jugendheim fand keine Mehrheit

Als Standort sah der Kanton zunächst das ehemalige Jugendheim Prêles im Berner Jura vor. Doch das lehnte der Grosse Rat im März ab. Die Polizei- und Militärdirektion (POM) musste sich daher nach anderen Standorten umsehen.

Mehrere mögliche Standorte seien mittlerweile identifiziert worden, teilte die POM am Mittwoch mit. Sie will den weiteren Weg zusammen mit dem Verband Bernischer Gemeinden (VBG) und den Regierungsstatthaltern gehen.

Bei den Gesprächen mit den betroffenen Gemeinden komme den Statthaltern eine Schlüsselrolle zu, betont die POM. Denn sie stünden den Gemeinden nahe und seien regional vernetzt. «Sie können auf etablierte Kontakte zurückgreifen.»

Wer die Rückkehrzentren dereinst betreiben wird, ist noch offen. Die Betreuung und Unterbringungen der abgewiesenen Asylsuchenden soll in den kommenden Monaten öffentlich ausgeschrieben werden.

zec/sda

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