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«Bring bloss keine Katholische nach Hause»

In Bern wollen Katholiken und Reformierte zusammenspannen. Diese Annäherung ist nicht selbstverständlich. Lange misstrauten sie sich zutiefst.

Die Johanneskirche im Berner Nordquartier.
Die Johanneskirche im Berner Nordquartier.
Christian Pfander

Wenn früher Mitglieder der reformierten Kirche an der katholischen Beerdigung eines Arbeitskollegen teilnehmen mussten, waren sie befangen - zumal sie das Bekreuzigen und Niederknien beim Eintreten nicht praktizierten. In Bern blieben die Schwestern eines katholischen Spitals auf der anderen Strassenseite, wenn sie mit geradeaus gerichtetem Blick am (reformierten) Diakonissenhaus in der Nachbarschaft vorbeigingen. «Bring bloss keine Katholische nach Hause!», ermahnten Eltern ihren Sohn. Und als es in einigen Kantonen der Schweiz Anfang der 1970er-Jahre noch konfessionell getrennte Primarschulen gab, ereigneten sich regelmässig Rangeleien, wenn sich die Schülerschaft auf dem Heimweg begegnete.

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