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BLS künftig mit weniger Schiffen unterwegs

Auf dem Thuner- und Brienzersee werden bald nur noch acht statt zwölf Schiffe verkehren. Diese werden von einer Tochtergesellschaft der BLS betrieben.

Weniger Schiffe und die Gründung einer Tochtergesellschaft: Die BLS beschliesst ein neues Geschäftsmodell für die Schifffahrt.
Weniger Schiffe und die Gründung einer Tochtergesellschaft: Die BLS beschliesst ein neues Geschäftsmodell für die Schifffahrt.
Valérie Chételat (Archiv)

Der BLS-Verwaltungsrat hat ein neues Geschäftsmodell für die BLS-Schifffahrt auf Thuner- und Brienzersee beschlossen. Künftig will die BLS vier Schiffe weniger im Dienst haben als heute. Zudem beabsichtigt die BLS die Gründung einer Schifffahrts-Tochtergesellschaft.

Das Unternehmen beabsichtigt in diesem Zusammenhang, Anstellungsbedingungen auszuarbeiten, welche vom Gesamtarbeitsvertrag (GAV) der BLS unabhängig sind. Das teilte die BLS am Freitag mit. 120 Personen arbeiten heute für die BLS-Schifffahrt. Stellen werden keine abgebaut.

Ziel der Veränderungen ist, die BLS-Schifffahrt langfristig zu sichern und eine langfristig gesunde finanzielle Basis dafür zu schaffen. Der Ertrag durch den Betrieb reiche heute nicht aus, um die Investitionen in Schiffe, Werften und anderes zu decken.

Fixkosten reduzieren

Die BLS will sich künftig auf die Kursschifffahrt konzentrieren, mit welcher die Mehrheit der Erträge erwirtschaftet werden. Um diese zu steigern, will die BLS ihr Angebot im Winter auf beiden Seen ausbauen und die Sommersaison auf dem Brienzersee verlängern. Dieser Ausbau werde mittelfristig zusätzliche Stellen schaffen.

Das Fundraising für die Dampfschiffe will die BLS zusammen mit den Dampfschiff-Freunden professionalisieren, um mehr Spendengelder einzunehmen. Die Reduktion der Flotte soll die hohen Fixkosten reduzieren.

Zuerst reduziert die BLS den Schiffsbestand von sechzehn auf zwölf und später von zwölf auf zehn. Für die Winterschifffahrt will das Unternehmen aber mittelfristig zwei neue, multifunktionale und umweltfreundliche Schiffe mit wenig Tiefgang beschaffen. Damit will sie zwei alte Schiffe ersetzen und erreicht wieder die Zahl von zwölf Schiffen. Für die Beschaffung der neuen Schiffe setzt die BLS auf die Hilfe des Kantons Bern.

Die beiden Dampfschiffe «Blümlisalp» und «Lötschberg» will die BLS behalten. Das gilt auch für das sogenannte «Spiezerli», das derzeit von der BLS und Dampferfreunden wieder flottgemacht wird.

Der kleine Schraubenraddampfer wird im Mai seine Jungfernfahrt absolvieren, wie BLS-Mediensprecherin Helene Soltermann auf Anfrage sagte, und wird in Zukunft für Extrafahrten eingesetzt.

Der BLS-Verwaltungsrat hatte im April, bei der Präsentation des Geschäftsjahrs 2018, ein neues Geschäftsmodell für die Schifffahrt angekündigt.

Gewerkschaft will kämpfen

Die Gewerkschaft des Verkehrspersonals SEV forderte am Freitag in einer Medienmitteilung, sie werde «auf keinen Fall» zulassen, dass sich die Arbeitsbedingungen des BLS-Schiffspersonals verschlechterten. Mit der geplanten BLS-Tocher werde der SEV einen Gesamtarbeitsvertrag aushandeln, der «mindestens gleichwertig» sei zum bisherigen GAV.

(SDA)

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