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BLS Cargo greift die Transport-Tochter der SBB an

BLS Cargo übernimmt die belgische Güterbahn Crossrail - und will so den Zugang zu den belgischen Häfen stärken.

Die BLS Cargo will ihre Position stärken mit der Übernahme der belgischen Crossrail.
Die BLS Cargo will ihre Position stärken mit der Übernahme der belgischen Crossrail.
zvg

BLS Cargo kauft ein: Sie übernimmt zu 100 Prozent die belgische Crossrail. Dadurch sichert sich das Güterbahnunternehmen den Zugang zu den belgischen Häfen, etwa in Antwerpen. Wie viel sich die BLS diesen Zugang kosten liess, kommunizierte die Firma nicht.

Die BLS mache rund ein Drittel ihres Umsatzes mit Transporten, die in Belgien starten oder enden, heisst es in einer Mitteilung des Bahnunternehmens. Noch müssen die Schweizer und europäischen Wettbewerbshüter die Übernahme absegnen. Die BLS hofft, dass dieser Prozess bis Mitte Jahr abgeschlossen ist.

Crossrail und BLS Cargo sind im europäischen Nord-Süd-Verkehr tätig. «Crossrail ist uns sehr ähnlich, und wir ergänzen uns geografisch perfekt», sagt Dirk Stahl, Chef der BLS Cargo. Die beiden Firmen waren sich in der Vergangenheit bereits sehr nahe: Die BLS Cargo ist der grösste Kunde von Crossrail.

Durch die Übernahme werden alle 180 Crossrail-Mitarbeiter, es sind mehrheitlich Belgier, in die BLS Cargo integriert. Zu einem Stellenabbau soll es nicht kommen, wie eine Sprecherin auf Anfrage sagte. Mit der Übernahme kauft die BLS vor allem auch ein rares Gut auf dem Markt ein: Lokführer.

Durch den Zukauf erhöht die BLS den Druck auf den direkten Konkurrenten SBB Cargo International. Die Tochterfirma von SBB Cargo und Hupac hatte in den vergangenen Jahren einen positiv Effekt auf das Geschäftsergebnis der kriselnden Güterverkehrssparte der SBB. SBB Cargo International ist im alpenquerenden Verkehr die Nummer eins und machte 2017 316 Millionen Franken Umsatz; BLS Cargo kam auf rund 200 Millionen Franken. Crossrail erwirtschaftete zuletzt umgerechnet knapp 80 Millionen Franken Umsatz. Marktführer wird SBB Cargo International also nach dem Deal bleiben.

Crossrail hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Die Firma wurde 2004 in der Schweiz gegründet und etablierte sich in der Folge als Player im Gütertransport. Besitzerwechsel folgten, hinzu kamen Querelen wegen Lohndumping. Nach erheblichen finanziellen Schwierigkeiten übernahm zuletzt der Logistikkonzern Rhenus den Betrieb.

Was nach den vielen Wechseln übrig blieb, hat nicht mehr viel mit der einstigen Firma zu tun. Heute macht das Unternehmen 70 Millionen Euro Umsatz.

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