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BKW setzt nach Mühleberg auf ausländischen Strom

Energie Ende Jahr geht das Berner AKW vom Netz. BKW-Chefin Suzanne Thoma sieht wenig Spielraum für neue Wind- und Wasserkraftwerke im Inland.

Ende dieses Jahres wird das Kernkraftwerk Mühleberg abgestellt.
Ende dieses Jahres wird das Kernkraftwerk Mühleberg abgestellt.
Adrian Moser

Am 20. Dezember stellt das Kernkraftwerk Mühleberg seinen Betrieb ein. Damit fällt in der Schweiz 5 Prozent der Stromproduktion weg. Für den Berner Energiekonzern BKW ist es gar ein Viertel der gesamten Produktion. In den Augen von Konzernchefin Suzanne Thoma ist das für die Versorgungssicherheit der Schweiz kein Problem – der zusätzliche Strombedarf könne umgehend am internationalen Strommarkt gedeckt werden. Das AKW Mühleberg sei zu klein, als dass man dessen Abschaltung auf dem europaweiten Strommarkt überhaupt bemerken würde.

Nach dem Aus von Mühleberg wird die Hälfte der Stromproduktion der BKW im Ausland anfallen – unter anderem in diversen Windparks in Europa, aber auch im norddeutschen Kohlekraftwerk Wilhelmshaven. Die BKW-Chefin möchte zudem weitere ausländische Windkraftwerke zukaufen.

Sympathie für Solar-Offensive

Einem grösseren Ausbau der Windenergie in der Schweiz blickt Suzanne Thoma im Interview hingegen skeptisch entgegen: «Die Schweiz ist kein speziell gutes Windland, und es ist eine Tatsache, dass es sehr viel Opposition gegen Projekte gibt.» So versuche die BKW seit 15 Jahren in Tramelan im Berner Jura einen Windpark zu bauen, stosse aber auf viel Widerstand. Auch einem grösseren Ausbau der Wasserkraft in den Schweiz erteilt Thoma eine Absage: «Die guten Standorte sind längst genutzt.» Ob die Trift-Staumauer im Berner Oberland gebaut werden soll, werde erst in etwa drei Jahren entschieden – auch in Abhängigkeit von Bundessubventionen.

Überraschend positiv reagiert Thoma auf den Vorschlag von SP-Nationalrat Roger Nordmann. Er hat jüngst eine nationale Solar-Offensive entworfen, um die Energiewende zu schaffen. Nordmanns Plan enthalte «sehr interessante Elemente», so Thoma.

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