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Biel sieht Erfolge im Kampf gegen hohe Sozialhilfequote

Biel bleibt zwar die Stadt mit der höchsten Sozialhilfequote. Immerhin gab es in den letzten fünf Jahren einen leichten Rückgang.

Beat Feurer, Bieler Sozial- und Sicherheitsdirektor, beurteilt die Entwicklung der Sozialhilfezahlen in seiner Stadt positiv.
Beat Feurer, Bieler Sozial- und Sicherheitsdirektor, beurteilt die Entwicklung der Sozialhilfezahlen in seiner Stadt positiv.
Matthias Käser (Archiv)

Die Behörden sehen sich dadurch in ihrem Kurs bestätigt. «Unsere Anstrengungen tragen Früchte», sagte Sozialdirektor Beat Feurer (SVP) am Dienstag vor den Medien. Biel stehe etwas besser da als die 13 anderen untersuchten Städte, die zuletzt steigende Fallzahlen registrierten. Biel bleibt zwar die Stadt mit der höchsten Sozialhilfequote. Aber in den letzten fünf Jahren gab es einen leichten Rückgang – von 11,7 auf 11,5 Prozent.

Die wirtschaftliche Situation habe den Bieler Behörden sicher geholfen, räumte Feurer ein. Die Arbeitslosenquote ging letztes Jahr zurück, in der Region gibt es wieder mehr Arbeitsstellen. Doch zugleich stieg die Aussteuerungsquote weiter an.

Umso wichtiger ist es laut Feurer, dass Biel schon vor Jahren gezielte Massnahmen gegen die hohe Sozialhilfequote beschloss. So wurden zusätzliche Stellen in der Verwaltung geschaffen, was unter anderem den Ausbau der Arbeitsintegration ermöglichte.

Die Sozialarbeiter wurden von administrativen Aufgaben entlastet. Sie können sich also intensiver mit ihren «Kunden» beschäftigen. Die Stadt achtet auch darauf, dass die von ihr gesetzten Mietzinslimiten eingehalten werden.

Perspektive für junge Mütter

Zu den Bevölkerungsgruppen mit einem hohen Sozialhilferisiko gehören Alleinerziehende. 2016 hat Biel deshalb ein Projekt entwickelt, das sich um die berufliche Integration junger Mütter kümmert. Mehr als 50 Prozent der Teilnehmerinnen finden einen Job, ein Praktikum oder nehmen eine Ausbildung in Angriff, wie Thomas Michel, Leiter Abteilung Soziales, sagte.

Ein besonderes Augenmerk legen die Bieler Behörden auch auf junge Erwachsene. Sie erhalten keine «soziale Hängematte», wie Michel betonte. Wer nicht aktiv an der Integration mitwirke, werde sanktioniert. Fördern sei wichtig, aber fordern ebenso – die Jungen müsse man gelegentlich «stupsen».

Ist die Rede von Biels hoher Sozialhilfequote, verweist Biel auch immer auf strukturelle Ursachen. So hat die Stadt den höchsten Industrieanteil der untersuchten Städte, zudem werden Menschen in prekären Situationen durch den günstigen Wohnraum angezogen. Weiter hat Biel einen hohen Ausländeranteil und überdurchschnittlich viele schlecht Ausgebildete.

Tiefere Quote auch in Bern

Zu den untersuchten Schweizer Städten gehört auch Bern. Dort sank die Sozialhilfequote seit 2013 ebenfalls, von 5,3 auf 5,0 Prozent. Die Autoren der Studie führen das auf das Bevölkerungswachstum in der Bundesstadt zurück, denn die Zahl der Sozialhilfebezüger blieb praktisch konstant.

SDA/db

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