Berset lässt Bundesmillion für Berner Stadtkultur fallen

Der Bundesrat streicht Gelder für kulturelle Einrichtungen in der Stadt Bern.

Auch die Dampfzentrale hat von der Bundesmillion profitiert.

Auch die Dampfzentrale hat von der Bundesmillion profitiert.

(Bild: Adrian Moser)

Der Bundesrat will der Stadt Bern ab 2021 keine kulturellen Leistungen mehr abgelten. Dies gab die Landesregierung am Mittwoch bekannt. Die sogenannte Bundesmillion, mit der der Bund verschiedene kulturelle Veranstaltungen und Beiträge etwa an das Stadttheater der Bundesstadt mit finanziert hat, soll demnach nur noch dieses und nächstes Jahr fliessen.

Damit setzt das Bundesamt für Kultur von SP-Bundesrat Alain Berset seine Prioritätenplanung fort, die es bereits vor zwei Jahren angekündigt hatte. Damals wollte der Bund die Bundesmillion bereits für 2019 und 2020 streichen. Nach massiver Kritik aus der Stadt Bern wurde das Geld wieder gesprochen. Doch damit ist nun ab 2021 Schluss.

Die Stadt Bern als Sitz von Bundesversammlung, Bundesrat, Departementen und Bundeskanzlei erhält seit den 1970er-Jahren für ihre kulturellen Aufwendungen als «Bundeshauptstadt» finanziell Unterstützung. Die Finanzhilfe beläuft sich derzeit auf rund 1 Million Franken pro Jahr, was einem Anteil von rund 3 Prozent der Kulturausgaben der Stadt Bern entspricht.

Es sei «fraglich», ob der Stadt Bern durch ihren Status als «Bundeshauptstadt» per Saldo überhaupt ein finanzieller Nachteil erwachse, steht in den Unterlagen des Bundesrats. Zu diesem Schluss sei bereits vor längerer Zeit eine tripartite Arbeitsgruppe (Bund, Kanton und Stadt Bern) gekommen. Diese Feststellung sei von der Eidgenössischen Finanzkontrolle (EFK) im Jahr 2019 bestätigt worden. Unter diesen Umständen sei die Fortführung der Kulturabgeltung an die Stadt Bern nicht gerechtfertigt.

Muss nun das Stadttheater mit weniger Geld auskommen?

In den letzten Jahren hat Bern die Bundesmillion so verteilt: Rund zwei Drittel des Betrags fliessen an grössere Kulturinstitutionen, seit 2014 an Konzert Theater Bern (400 0000 Franken), Dampfzentrale (80 000), Historisches Museum (95 000) und Kunsthalle (60 000). Der restliche Beitrag floss in den sogenannten Fördertopf Hauptstadtkultur, mit dem besonders bedeutende Projekte zur kulturellen Teilhabe unterstützt werden können. Auch die Stadt Bern finanziert diesen mit rund 300 000 Franken. Zur Verteilung dieser Gelder hat die Stadt extra eine Kommission gebildet.

Bereits 2014 zeigte sich das Bundesamt für Kultur unzufrieden mit der damaligen Verteilung der Gelder. Es wurde etwa bemängelt, die Gelder würden zu wenig gezielt für zentrale Projekte eingesetzt.

mob

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