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«Bei der Paketpost ist das ganze Jahr Weihnachten»

Rudolf Rutschmann ist seit 40 Jahren mit Leib und Seele Pöstler. Er kennt das Berner Monbijouquartier aus dem Effeff – die Wünsche der Kundschaft ebenso.

Hoch auf dem gelben Wagen: Der Paketpöstler Rudolf Rutschmann im Monbijou.

Hoch auf dem gelben Wagen: Der Paketpöstler Rudolf Rutschmann im Monbijou.

(Bild: Franziska Scheidegger)

Markus Dütschler

Er steigt aus dem gelben Lieferwagen und öffnet die Hecktür, hinter der sich Pakete stapeln. Am arbeitsintensiven Dienstag seien es 248 gewesen, sagt Rudolf Rutschmann. Der 56-jährige Pöstler, dessen Berufsbezeichnung heute offiziell Logistiker heisst, winkt nach links und rechts, wenn er sich im Monbijouquartier bewegt, seinem Revier. «Tschou» ruft er jemandem zu. Ein grinsender Rentner mit Rollator zieht ihn zum wiederholten Mal mit dem Spruch auf: «Hie darfsch ned parkiere.» Rutschmann gibt schlagfertig zurück: «Hesch d Pischtole drbii?» Dann sieht der Pöstler eine Frau und teilt ihr mit, er habe ihr das Päckli auf die Treppe gelegt. Er weiss genau, welche Kunden unkompliziert sind. Sie nehmen für einen Hausbewohner ein Paket entgegen und schiessen sogar die Zollgebühr vor, damit der Empfänger die Sendung nicht am nächsten Tag auf der Post abholen muss. Von anderen weiss Rutschmann, dass sie zwar stets daheim sind, es aber nicht mögen, wenn bei ihnen geklingelt wird: Sie seien «im Fall nicht der Hauswart».

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