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Bei den Stadtberner Freisinnigen ist wieder Minne angesagt

Berns FDP zieht mit einer neu zusammengesetzten Parteileitung einen Strich unter die Querelen um Claudine Esseiva.

Claudine Esseiva (Bild) wurde zu Beginn des Jahres nur knapp zur Nationalratskandidatin gewählt. Eigentlich ist eine solche Wahl blosse Formsache - nicht so bei Esseiva.
Claudine Esseiva (Bild) wurde zu Beginn des Jahres nur knapp zur Nationalratskandidatin gewählt. Eigentlich ist eine solche Wahl blosse Formsache - nicht so bei Esseiva.
Alessandro della Valle, Keystone

Nun ist die Parteileitung wieder komplett. Die Stadtberner FDP hat sechs neue Mitglieder an ihre Spitze gewählt an der Parteiversammlung vom Montag. Dies, nachdem im März bekannt wurde, dass drei Frauen zurücktreten werden: Claudine Esseiva, Dolores Dana und Ursula Stöckli. Den Entscheid fällten die Freisinnigen einstimmig und mit tosendem Applaus. Ganz so friedlich lief es bei der letzten Parteiversammlung nicht: Im Januar gab es grossen Wirbel um die knappe Nomination von Claudine Esseiva als Kandidatin für den Nationalrat.

Mehr Mitglieder, weniger Frauen

Neu hat die Parteileitung zwölf statt wie bis anhin neun Mitglieder. Von den sechs frisch gewählten, die ihr Amt ab Juni ausüben werden, sind zwei Frauen. Somit ist die neue Leitung klar von Männern dominiert – neun männliche Mitglieder, drei Frauen. Vor der Wahl drängte sich die Frage an Parteipräsident Christoph Zimmerli auf, ob denn nicht mehr Frauen für ein Amt infrage gekommen wären. «Ich will das nicht schönreden.» Es liege wohl an ihm und wen er anfragte. Denn an zu wenig potenziellen Kandidatinnen mangelt es nicht: «In der Fraktion im Stadtrat haben Frauen die Mehrheit», sagte Barbara Freiburghaus, Stadträtin und Präsidentin der FDP Frauen. Zimmerli liess verlauten, er werde sich weiterhin bemühen, qualifizierte Frauen für die Parteileitung zu begeistern.

Dem Entscheid ging eine scharfe Rede von Zimmerli voraus, mit der er der Versammlung ins Gewissen redete. Und sie aufforderte, dem neu zusammengestellten Gremium nun auch ohne Murren und «trotz Vorbehalten» zuzustimmen.

FDP-Chef warnt vor provokativen Posts auf den sozialen Medien

So sprach Zimmerli die vergangenen Ereignisse an – und fand klare Worte. Ihn habe besonders die knappe Nomination von Claudine Esseiva im Januar «hässig» gemacht. «Ich bitte darum, jegliches parteischädliches Verhalten und Provokationen einzustellen», sagt Zimmerli. Er habe in den letzten Wochen versucht, die Wogen zu glätten. Durch Gespräche wollte er vermitteln – ohne Erfolg, wie Zimmerli erklärt. Darum ist für ihn klar: «Wir müssen lernen, offen miteinander zu diskutieren.» Alles andere – wie Gruppenbildungen und die Veröffentlichung von provozierenden Inhalten auf den sozialen Medien – schade der Partei. Besonders im Wahljahr. Die Neubesetzung der Parteileitung sei nun eine Chance.

Hinter dem Stadtberner Freisinn liegen turbulente Monate – geprägt von Reibereien, internen Machtkämpfen und Diskussionen. Zum Eklat kam es zu Beginn des Jahres, als Claudine Esseiva von ihrer Partei nur knapp als Kandidatin für den Nationalrat nominiert wurde – in einer geheimen Wahl (der «Bund» berichtete). Normalerweise ist die Nomination reine Formsache. Nicht so bei Esseiva, die dem linksliberalen Flügel der Partei angehört.

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