Bau auf der grünen Wiese wäre billiger

Für die Schwimmhalle im Neufeld nimmt die Stadt Mehrkosten hin.

Die Schwimmhalle im Neufeld könnte im Jahr 2023 Realität sein.

Die Schwimmhalle im Neufeld könnte im Jahr 2023 Realität sein.

(Bild: zvg)

Der Berner Gemeinderat hat gestern zwei Abstimmungsvorlagen für den Bau einer neuen 50-Meter-Schwimmhalle im Neufeld verabschiedet. Einerseits die Vorlage zum Baukredit von 75,5 Millionen Franken und zum Erwerb der benötigten Fläche im Baurecht sowie andererseits die Vorlage für die Zonenplanänderung. Die Anlagekosten für das Vorprojekt lagen letztes Jahr noch bei 68 Millionen, nun betragen sie 69,5 Millionen.

«Es wäre zwar günstiger gewesen, auf der grünen Wiese zu bauen», sagte Stadtpräsident Alec von Graffenried (GFL) gestern an einer Medienkonferenz. Beispielsweise im Mittelfeld. Der Gemeinderat sei aber überzeugt, dass die Mehrkosten «mehr als aufgewogen werden», da nun im Mittelfeld kein einziger Quadratmeter Land beansprucht werde. Der Standort im Neufeld liege verkehrstechnisch ideal und verbessere die bestehenden Nutzungsmöglichkeiten durch eine Konzentration des Sportclusters Neufeld. Jedoch verursache der Standort im Neufeld Kosten.

«Soziale Durchmischung»

Der Architekt und Publizist Benedikt Loderer bestätigt, dass es billiger wäre, auf der grünen Wiese zu bauen, als zu verdichten. Er begründet dies damit, dass das Land billiger ist und dass es planerisch und organisatorisch einfacher sei, im Grünen zu bauen, da man den Bau nicht auf bereits bestehende Gebäude abstimmen müsse. Es gebe auch weniger Einsprachen und Vorschriften zu beachten.

Den Vorteil vom verdichteten Bauen sieht Loderer jedoch darin, dass das Land nicht verschwendet werde und die Infrastruktur wie Strassen, Strom- und Wasserleitungen bereits existierten. Ausserdem könne die soziale Durchmischung an einer zentral gelegenen Anlage besser erreicht werden als im Grünen. «Ich vermute, dass die Stadt Bern froh ist, dass sie dieses Gelände hat. Es gibt nicht viele Gelegenheiten für eine Schwimmhalle, die ähnlich gut erreichbar ist», so Loderer.

Für von Graffenried zeichnet sich das Projekt dadurch aus, dass es «ökologisch vorbildlich» sein werde. Schwimmhallen könnten erst seit diesem Jahr nach Minergie-P zertifiziert werden. Das bedeutet, dass sie maximale Energieeffizienz und Komfortmerkmale aufweisen. «Unsere Schwimmhalle wird eines der ersten Hallenbäder sein, die nach diesem Standard gebaut werden», sagte er.

Die Volksabstimmung findet voraussichtlich im November statt. In rund einem Jahr könnte mit den Bauarbeiten begonnen werden, welche rund drei Jahre dauern.

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