Bald ein zweiter Veloverleih in Bern?

Nach dem Veloverleihsystem von Publibike könnte bald auch ein privater Anbieter nach Bern kommen. Die Stadt entscheidet nach den Sommerferien.

Die Velos der Firma Smide könnten neben Zürich bald auch in Bern unterwegs sein.

Die Velos der Firma Smide könnten neben Zürich bald auch in Bern unterwegs sein.

(Bild: Urs Jaudas)

Nachdem die Postauto-Tochter Publibike in der Stadt Bern letzten Donnerstag an zahlreichen Standorten Fahrräder und E-Bikes zur Verfügung stellt, könnte bald der nächste Player für Verleihvelos in Bern Fuss fassen. Bereits seit letztem Herbst steht die Stadt laut eigenen Angaben in Verhandlung mit einer Konkurrenzfirma von Publibike (der «Bund» berichtete).

Um welche Firma es sich handelt, will die Stadt weiterhin nicht kommunizieren. Nachfragen des «Bund» zeigen, dass es sich um die Firma Smide handelt, die bereits in Zürich ein ausgebautes Netz an E-Bikes betreibt. Ein Sprecher der Firma bestätigt die laufenden Verhandlungen.

Es geht um ein sogenanntes Free-Floating-System für Fahrräder. Das heisst, dass es anders als beim jetzigen Publibike-Verleih keine fixen Standorte gibt, sondern die Velos an allen Veloparkplätzen in der Stadt abgestellt werden können.

«Kein Chaos wie in Zürich»

Man sei noch in Verhandlungen mit der Firma, sagt Karl Vogel, Leiter Verkehrsplanung der Stadt Bern. «Knackpunkt ist die Flottengrösse», sagt er. Er rechne mit einer Anzahl Fahrrädern zwischen 250 und 400. Zum Vergleich: Publibike hat bereits jetzt 700 Zweiräder im Einsatz, geplant ist die Bereitstellung von 2000 Fahrzeugen. Eigentlich sei das Ziel gewesen, das Verfahren noch vor den Sommerferien zum Abschluss zu bringen, sagt Vogel. «Das ist jedoch unrealistisch.» Das Bewilligungsverfahren sei sehr komplex und einzigartig.

Grundsätzlich denkt Vogel aber, dass die Firma die Vorgaben für eine Bewilligung erteilt bekomme, das Gesuch sei wohl «bewilligungsfähig». Wann genau aber die privaten Leihvelos kommen, ist aber noch ungewiss. Zudem habe man ein Chaos, wie es in Zürich entstanden sei, verhindern wollen, sagt Vogel. Dort hatten zahlreiche Veloverleih-Anbieter um die Gunst der Kunden geworben, die qualitativ schlechten O-Bikes einer Singapurer Firma führten zu grosser Unordnung in der Stadt.

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