Allianz oder Alleingang?

Listenverbindungen könnten der bernischen SVP und FDP bei den Nationalratswahlen helfen. Doch was verbindet die Parteien?

Was planen die bernischen Kantonalparteien für die angehenden Nationalratswahlen?

Was planen die bernischen Kantonalparteien für die angehenden Nationalratswahlen?

(Bild: Adrian Moser)

Drei Kantonalparteien geben derzeit keine näheren Auskünfte: Das Thema Listenverbindung sei noch nicht entschieden, teilen SVP, FDP und EDU auf Anfrage mit. Während die anderen grösseren Parteien öffentlich bekannt geben, dass sie vergeben sind, halten sich die drei noch bedeckt bei der Frage, ob sie die Nationalratswahlen im Oktober im Alleingang oder mit einer Listenverbindung bestreiten wollen. Bis zum 12. August haben sie Zeit, sich festzulegen.

Listenverbindungen helfen Parteien, bei den Wahlen Stimmen zu behalten, die ihnen im Alleingang verloren gehen würden. Die Verantwortlichen der bernischen SVP – sie wollen die neun Nationalratssitze verteidigen – bezeichneten eine Listenverbindung kürzlich an einer Medienkonferenz als wichtigen Schritt. Mögliche Partner seien FDP und EDU. Doch offenbar ist die Ausgangslage nicht so einfach.

Beim Inhalt wirds schwierig

Denn eine Listenverbindung kann bei den Wahlen zwar das Resultat verbessern, doch nach aussen wirkt sie auch wie eine inhaltliche Verbindung zwischen den Parteien. Damit tut man sich bei der FDP und ihrer Wählerschaft sicherlich schwer, grenzt sie sich doch immer wieder von der SVP ab. Im Kanton Thurgau sind SVP, FDP und EDU eine Listenverbindung eingegangen, in der gemeinsamen Mitteilung ist jedoch vor allem vom Ziel die Rede, möglichst viele Mandate zu erreichen. Auf inhaltliche Übereinstimmungen gehen die Parteien nur am Rande ein. Auch die FDP Baselland erwähnte keine thematischen Gemeinsamkeiten, als sie die Listenverbindung mit der SVP bekannt gab.

Bei den Mitteparteien gibt es zwar auch inhaltliche Differenzen, doch sowohl auf nationaler als auch auf kantonaler Ebene hat man sich für die Wahlen schon früh gefunden: Wie bereits vor vier Jahren gehen CVP, BDP, GLP und EVP im Kanton Bern eine Listenverbindung ein. Sie haben zusammen derzeit sechs Sitze im Nationalrat. Links davon ist zwischen der SP und den Grünen mit derzeit insgesamt acht Sitzen ebenfalls wieder eine Listenverbindung zustande gekommen, gemäss Auskunft der SP ist man noch mit weiteren Gruppierungen im Gespräch. Vor vier Jahren war etwa auch die PDA Teil der Listenverbindung.

Eigene Wege 2015

Vor vier Jahren gingen SVP, FDP und EDU getrennte Wege. Die SVP verband ihre Liste mit jener des Alpenparlaments, die EDU mit jener der Schweizer Demokraten. Die FDP ging alleine in die Wahlen und verteidigte ihre zwei Sitze. Bei den Grossratswahlen im vergangenen Jahr ging sie je nach Wahlkreis eine Verbindung mit der SVP, teilweise aber auch mit der BDP ein.

Der Wahlkampf hat bereits begonnen, Plakate hängen, und die Kandidatinnen und Kandidaten künden erste Veranstaltungen an. Die Parteien haben aber noch gut drei Wochen Zeit, um ihre Kandidatenlisten für die neu nur noch 24 Nationalratssitze zu bereinigen, sie müssen diese spätestens am 5. August einreichen. Die Wahlen finden am 20. Oktober statt.

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