«Wischiwaschi»-Studiengang?

Die einzige Berner Professorin für Soziologie, Claudia Honegger, kündigt – ein geplanter neuer Studiengang brachte das Fass zum Überlaufen. Auch die Studierenden gehen auf die Barrikaden.

«Ich habe jetzt keine Lust mehr», sagt Claudia Honegger nach 20 Jahren an der Universität Bern. (Beat Schweizer)

«Ich habe jetzt keine Lust mehr», sagt Claudia Honegger nach 20 Jahren an der Universität Bern. (Beat Schweizer)

Die einzige Berner Professorin für Soziologie, Claudia Honegger, hat nach 20 Jahren gekündigt. «Der geplante neue Bachelor-Studiengang hat das Fass zum Überlaufen gebracht», sagt sie im Interview. Statt getrennter Studiengänge für Soziologie und Politologie sollen Soziologie, Politologie und Medienwissenschaft während der ersten drei Studienjahre vereint werden. Damit sei es schwierig, später einen Masterstudiengang zu absolvieren, sagt Honegger. «Die Studierenden werden viel Stoff nachholen müssen.» Denkweisen, die von der Wirtschaft übernommen würden, machten die Universität kaputt.

In dieser Sache wollen die Berner Soziologie-Studierenden morgen Mittwoch ihrem Ärger in einem Protestmarsch von der Uni Tobler zum Uni-Hauptgebäude Luft machen. Mit Plakaten und E-Mails fordern sie Kollegen aus anderen Fächern zum Mitmachen auf.

Verteidigt wird der neue Bachelor-Studiengang vom Dekan der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät, Winand Emons, und von Urs Würgler, dem Rektor der Universität. «Nur dank dem kombinierten Bachelor können wir es uns leisten, Soziologie in Bern weiterhin anzubieten», sagt Würgler, der das Institut für Soziologie bereits 2007 schliessen wollte.

Der Bund

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