Wahl ins Stöckli: Amstutz gewinnt hauchdünn

Ständeratsersatzwahl

Adrian Amstutz (SVP) ist neuer Berner Ständerat. Der 57-jährige Rechtspolitiker aus dem Oberland setzte sich in der Ständerats-Ersatzwahl knapp gegen Ursula Wyss (SP) durch und bescherte der SVP einen Prestige-Erfolg zum Auftakt des Wahljahres 2011.

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Im zweiten Wahlgang holte Amstutz 50,6 Prozent der Stimmen. Wyss holte 3637 Stimmen weniger und erreicht 49,4 Prozent. Die Stimmbeteiligung lag bei unerwartet hohen 46,3 Prozent.

Amstutz freute sich über den knappen Sieg: «Der intensive Wahlkampf hat sich gelohnt, jede Stimme hat gezählt», sagte er vor Journalisten im Rathaus. Entscheidend sei wohl gewesen, dass er im Volk verankert sei und kein Berufspolitiker sei. Seine markanten Aussprüche hätten ihm offenkundig nicht geschadet: «Die Leute haben auch meinen Stil gewählt.»

Die unterlegene Ursula Wyss wurde von ihren Parteigenossen im Rathaus mit lang anhaltendem Applaus gefeiert. Wyss habe den Rückstand auf Amstutz im zweitem Wahlgang um 16'000 auf noch gut 3600 Stimmen verkürzt und damit viele Mitte-Stimmen geholt, sagte SP- Präsident Roland Näf. Das verdiene Anerkennung.

Die ländliche Bevölkerung verhalf Amstutz zum Sieg: Wie schon im ersten Wahlgang setzte sich der SVP-Mann im Emmental, im Oberaargau und im Berner Oberland deutlich durch. Er gewann die Wahlkreise Emmental, Frutigen-Niedersimmental, Interlaken-Oberhasli, Oberaargau, Obersimmental-Saanen, Seeland sowie Thun.

Wyss siegte dagegen in den Städten Bern (sie holte 57.8% der Stimmen) und Biel und erneut auch im Berner Jura. Doch das reichte nicht ganz aus, um Amstutz noch abzufangen.

Beschwerden hängig

Die Stichwahl vom Sonntag wurde überschattet von drei Stimmrechtsbeschwerden. Auslandberner machen geltend, sie hätten das Wahlmaterial erst kurz vor der Wahl erhalten und hätten so ihre Stimme nicht fristgerecht abgeben können.

Das Verwaltungsgericht wird über die Beschwerden befinden. Der Kanton Bern zählt rund 12'500 Stimmberechtigte im Ausland.

SVP-Angriff auf Ständerat

Für die SVP Schweiz beginnt damit das eidgenössische Wahljahr nach Wunsch. Die wählerstärkste Partei des Landes hat den Ständerat zu einem strategischen Ziel erklärt und will im Herbst in jedem Kanton für die kleine Kammer kandidieren.

Seit diesem Wochenende hat die SVP nun 7 der 46 Ständeratssitze. Amstutz muss sein Mandat allerdings bereits im Herbst gegen harte Konkurrenz verteidigen.

BDP-Ständerat Werner Luginbühl tritt sicher an, ebenso Nationalrat Alec von Graffenried von den Grünen. Die SP will ebenfalls wieder antreten, «am liebsten mit Ursula Wyss», wie Kantonalpräsident Näf sage. Die FDP hat sich bisher nicht in die Karten blicken lassen.

Fuchs im Nationalrat

Den Sitz von Adrian Amstutz im Nationalrat erbt der 44-jährige Thomas Fuchs. Der umtriebige Stadtberner hat in den letzten Jahren im Kantonsparlament politisiert.

dam/sda

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