Untersuchung entlastet Valiant

Valiant kann aufatmen: Der Handel der Berner Regionalbanken-Gruppe mit eigenen Aktien ist nach Ansicht ihrer Revisionsstelle KPMG korrekt abgelaufen und diente nicht der Kursmanipulation. Über diesen Vorwurf hatten Medien unter Berufung auf Marktteilnehmer berichtet.

Eingang zur Valiant-Bank in Bern. (Keystone)

Eingang zur Valiant-Bank in Bern. (Keystone)

(Bild: Susanne Keller)

Als Reaktion auf diese Meldungen bestellte Valiant vor zwei Wochen einen Bericht bei der Wirtschaftsprüffirma KPMG. Es sei keine Kursmanipulation festgestellt worden, hielt Daniel Senn, Partner bei KPMG, am Donnerstag in Bern bei der Berichtspräsentation fest. Insbesondere habe KPMG keine Hinweise auf Scheingeschäfte, bei denen die Bank Käuferin und Verkäuferin wäre, gefunden.

Solche happigen Vorwürfe wurden in den letzten Wochen laut: Valiant soll eigene Aktien mit sich selbst gehandelt haben, um den Kurs künstlich hoch zu halten. Profitiert davon hätten Mitarbeiter, die Optionen besassen. Auch Aktienrückkäufe sollen diesem Zweck gedient haben.

Hoher Anteil am Handel legitim

Für Aufsehen sorgte Valiant mit dem hohen Anteil am Handel mit eigenen Aktien: 75 Prozent der gehandelten Titel wickelte Valiant im vergangenen Jahr selbst ab. Im Vergleich mit anderen Regionalbanken liege Valiant damit lediglich im «oberen Mittelfeld», sagte Senn dazu. «Wir sind überzeugt, dass alles im grünen Bereich liegt.»

Das hohe Volumen sei nachvollziehbar, weil Valiant an der Börse als «Market Maker» für Liquidität bei den eigenen Titeln sorge. Mitgezählt würden zudem die Transaktionen von Valiant-Aktionären, die gleichzeitig Kunden der Bank sind – das sind rund drei Viertel der Aktionäre. Und auch bei der zulässigen Kurspflege zum Ausgleich von Kursschwankungen sei es nicht zu Manipulationen gekommen.

Schliesslich beurteilte KPMG auch die drei Aktienrückkäufe, die Valiant seit 2006 durchgeführt hatte, als korrekt, ebenso wie die Mitarbeiterbeteiligungsprogramme.

Gleiche Bank mit weniger Wert

Verwaltungsratspräsident Kurt Streit zeigte sich konsterniert über den Kursverlust der Aktie in den letzten Wochen. Die Titel verloren rund 30 Prozent. «Valiant ist die gleiche Bank mit der gleichen Strategie wie zuvor», hielt Streit fest.

Als Ursache der kursschädigenden Spekulationen sieht Streit Fehler in der Kommunikation: Valiant habe nicht klar machen können, dass «die Aktienrückkäufe und Mitarbeiterbeteiligungsprogramme nicht verknüpft» seien. So habe die Bank an Glaubwürdigkeit eingebüsst.

Die Konsequenz zieht Valiant, indem sie künftig auf Optionsprogramme für Mitarbeiter verzichtet und sich freiwillig dem Finma-Rundschreiben zu Vergütungssystemen unterzieht.

Abklärungen bei Finma

Einen schwarzen Tag erlebte die einst rund 200 Franken teure Valiant-Aktie am 18. Oktober, als sie mit fast 20 Prozent Verlust aus dem Handel ging. Bei diesem Ereignis steht auch Insiderhandel im Raum, da am nächsten Tag eine Verkaufsempfehlung bekannt wurde.

Streit verwies bei dem Fall auf die Finanzmarktaufsicht Finma. Deren Sprecher Tobias Lux sagte, dass sich die Aufsichtsbehörde den Fall im Rahmen ihrer Aufgabe anschaue. Dabei handle es sich um eine Routineabklärung, die nicht auf Aufforderung von Valiant geschehe. Bei Hinweisen auf Verstössen gegen Finanzmarktgesetze käme es zu einer Untersuchung.

met/sda

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